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5 versteckte Gewinner der neuen KI-Chip-Allianz zwischen AMD und OpenAI


5 versteckte Gewinner der neuen KI-Chip-Allianz zwischen AMD und OpenAI

Der US-Chiphersteller AMD hat am Montag mit OpenAI eine milliardenschwere Allianz geschlossen, die als potenzieller Wendepunkt im globalen KI-Chipmarkt gilt. Ab dem 2. Halbjahr 2026 soll AMD Hunderttausende Hochleistungsprozessoren an den ChatGPT-Entwickler liefern. Damit will OpenAI seine KI-Infrastruktur massiv ausbauen und gleichzeitig die starke Abhängigkeit von NVIDIA verringern. AMD hatte ich...

Der US-Chiphersteller AMD hat am Montag mit OpenAI eine milliardenschwere Allianz geschlossen, die als potenzieller Wendepunkt im globalen KI-Chipmarkt gilt. Ab dem 2. Halbjahr 2026 soll AMD Hunderttausende Hochleistungsprozessoren an den ChatGPT-Entwickler liefern. Damit will OpenAI seine KI-Infrastruktur massiv ausbauen und gleichzeitig die starke Abhängigkeit von NVIDIA verringern. AMD hatte ich bereits zweimal als eine Top-5-KI-Aktie vorgestellt. Die Potenziale sind also offensichtlich und werden durch den Deal noch größer. Nachfolgend präsentiere ich Ihnen deshalb fünf Aktien, die im Schatten von AMD und OpenAI ebenfalls stark von der Allianz profitieren dürften.

Broadcom: Nicht nur AMD steht im Fokus – 10 Mrd. USD-Auftrag von OpenAI erhalten

  • Erwartetes Umsatzwachstum (3 Jahre): 27,15 % p.a.
  • Erwartetes KGV 2025: 51,20

Anfang September gab OpenAI gemeinsam mit Broadcom die Entwicklung eigener KI-Chips bekannt, die voraussichtlich ab 2026 zunächst exklusiv für OpenAI verfügbar sein sollen. Der Auftrag für Broadcom soll dabei mehr als 10 Mrd. USD wert sein. Dies war bereits ein erstes klares Signal von OpenAI in Richtung NVIDIA, die Abhängigkeit verringern zu wollen und die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung intern abzudecken. Nun stellt sich die Frage, ob der neue Deal mit AMD eher ein Bekenntnis zu deren Lösungen ist oder einfach das Ergebnis der ambitionierten Pläne von OpenAI ist, welche umfangreiche Lieferungen aus unterschiedlichen Quellen benötigen. Der Deal aus September zeigt, dass man auch den Lösungen von Broadcom vollumfänglich vertraut, so dass man im Zuge des Ausbaus der KI-Infrastruktur von OpenAI langfristig ein wichtiger Partner bleiben dürfte. Broadcom steigerte seinen Umsatz im Jahr 2024 um 44 % auf 51,6 Mrd. USD. Die Analysten von Factset erwarten bis 2027 einen weiteren deutlichen Anstieg auf 106 Mrd. USD.

TSMC und AMD optimieren neue Chip-Designs mit modernster Fertigungstechnologie

  • Erwartetes Umsatzwachstum (3 Jahre): 18,26 % p.a.
  • Erwartetes KGV 2025: 31,63

Viele große Halbleiterfirmen fertigen ihre KI-Chips nicht selbst, sondern lassen diese beispielsweise bei TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) fertigen. Auch AMD zählt bereits zu den Kunden des Unternehmens. Die KI-Chips für die enorme Menge an Hochleistungsprozessoren, die an OpenAI geliefert werden, werden somit vor allem bei TSMC hergestellt werden. Die höhere Auslastung der TSMC-Fabriken wird entsprechend zu höheren Umsätzen und Margen führen. Gleichzeitig stärkt die Allianz die Position von TSMC als bevorzugter Fertiger für KI-Hochleistungsprozessoren, da AMD auf modernste Fertigungstechnologien angewiesen ist, die nur wenige Unternehmen in dieser Qualität liefern können. Im April 2025 erreichten die beiden Unternehmen beispielsweise einen wichtigen Meilenstein, als AMD den neuesten Hochleistungsrechner‑Chip präsentierte, der von TSMC gefertigt wird. Im letzten Geschäftsjahr stieg der Umsatz von TSMC um 30 % auf 90,1 Mrd. USD. Bis 2027 soll der Umsatz auf 149 Mrd. USD ansteigen.

Siltronic: Indirekter Profiteur der Partnerschaft als Zulieferer für TSMC

  • Erwartetes Umsatzwachstum (3 Jahre): 4,52 % p.a.
  • Erwartetes KGV 2025: -21,36

Der führende Hersteller von Wafern aus hochreinem Silizium kann über TSMC stark von der neuen KI-Chip-Partnerschaft profitieren. Denn TSMC benötigt für die Herstellung modernster KI-Prozessoren hochwertige Siliziumwafer, wie sie Siltronic liefert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München ist bereits auf der Lieferantenübersicht von TSMC zu finden und dürfte somit eine steigende Wafer-Nachfrage erfahren. Darüber hinaus profitiert Siltronic auch von der steigenden Nachfrage nach KI-Hochleistungsprozessoren, wenn die Allianz zwischen AMD und OpenAI beispielsweise Wettbewerber animiert, ihre KI-Infrastruktur ebenfalls aufzurüsten. Für die Fertigungskapazitäten für KI-Chips bleiben Wafer ein unverzichtbares Ausgangsmaterial. Der Umsatz von Siltronic war zuletzt zwei Jahre in Folge rückläufig und sank 2024 auf 1,4 Mrd. Euro (-6,6 % zum Vorjahr). Bis 2027 erwartet Factset nun wieder ein Wachstum auf 1,6 Mrd. Euro, was die zweithöchsten Einnahmen nach 2022 bedeuten würde.

Lumentum: Enormer zusätzlicher Bedarf an optischer Netzwerktechnologie durch KI-Ausbau

  • Erwartetes Umsatzwachstum (3 Jahre): 24,32 % p.a.
  • Erwartetes KGV 2026: 33,63

Das US-Unternehmen ist ein führender Anbieter von unter anderem optischen Komponenten und Lasern, die für die Datenübertragung in Hochleistungsrechenzentren unerlässlich sind. Da OpenAI seine KI-Modelle künftig auf AMD-Chips betreiben wird, müssen Rechenzentren ihre Netzwerkkapazitäten und Bandbreiten massiv ausbauen, um die enormen Datenmengen effizient zu übertragen. Genau hier kommen die Produkte von Lumentum ins Spiel, welche die Basis für schnelle Lichtsignale in Glasfasern bilden. Zudem liefert man die notwendigen Lösungen, um die Chips innerhalb der Rechencluster miteinander zu vernetzen. Das Unternehmen beliefert bereits große Hyperscaler und Netzwerkhersteller, die wiederum für Kunden wie OpenAI oder Microsoft tätig sind. Der Umsatz von Lumentum stieg im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 um 21,3 % auf 1,65 Mrd. USD. Für die nächsten drei Jahre wird nun ein deutliches Wachstum auf 3,2 Mrd. USD prognostiziert. Damit würde man bereits ab dem laufenden Geschäftsjahr stetig neue Umsatzrekorde erzielen.

ASML: Monopol für komplexes Lithographieverfahren macht AMD abhängig

  • Erwartetes Umsatzwachstum (3 Jahre): 7,64 % p.a.
  • Erwartetes KGV 2025: 41,11

Das niederländische Unternehmen hatte ich bereits als eine der Top 5 KI-Aktien im Alltag vorgestellt. Denn die Lithographie-Technologie von ASML ist entscheidend für die Produktion von leistungsstarken Chips für KI, Gaming oder Smart Home. Der niederländische Konzern ist hierbei der weltweit einzige Anbieter von EUV-Lithographiesystemen, die für die Produktion modernster Halbleiterstrukturen unverzichtbar sind. EUV steht für "Extreme Ultraviolet", also extrem ultraviolettes Licht, welches verwendet wird, um winzige Strukturen auf Silizium-Wafern zu belichten. Da AMD seine kommenden KI- und Serverprozessoren bei TSMC fertigen lässt, hängt der gesamte Produktionsfortschritt unmittelbar von ASMLs EUV-Technologie ab. Im letzten Geschäftsjahr stieg der Umsatz des Unternehmens lediglich um 2,6 % auf 30,6 Mrd. USD, was auf das immense Wachstum in den Vorjahren zurückgeführt werden kann. Factset erwartet bis 2027 nun einen weiteren Anstieg der Einnahmen auf 38,1 Mrd. USD.

Fazit

Aus meiner Sicht dürfte TSMC der größte direkte Profiteur der neuen KI-Chip-Allianz zwischen AMD und OpenAI werden. Denn TSMC ist der exklusive Fertigungspartner von AMD für die modernsten Prozessoren, einschließlich der künftigen KI-Chips. Damit bedeutet die langfristige Partnerschaft, dass OpenAI indirekt ebenfalls von TSMCs Fertigungskapazitäten abhängig ist, was den Konzern zunehmend als unverzichtbaren Partner im globalen KI-Ökosystem etabliert. ASML dürfte zudem nach TSMC der zweitgrößte Profiteur der Partnerschaft werden, da jede Ausweitung der Chipfertigung bei TSMC direkt zu einer höheren Nachfrage nach ASMLs Lithographiesystemen führt.

Bildquellen: Shutterstock

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