Öl bleibt das unterschätzte Risiko – auch wenn die Waffen im Nahen Osten schweigen!
Der Benzinpreis an der Zapfsäule hat in den USA erstmals seit August 2022 die Marke von 4 USD pro Gallone überschritten – und ich halte das für ein ernstes Warnsignal, das viele Marktteilnehmer noch immer unterschätzen. Denn selbst wenn Trump den Krieg gegen Iran für beendet erklärt, bleibt das
Der Benzinpreisan der Zapfsäule hat in den USA erstmals seit August 2022 die Marke von 4 USD pro Gallone überschritten – und ich halte das für ein ernstes Warnsignal, das viele Marktteilnehmer noch immer unterschätzen. Denn selbst wenn Trump den Krieg gegen Iran für beendet erklärt, bleibt das eigentliche Problem bestehen: die Straße von Hormus. Solange dieser strategisch entscheidende Schifffahrtskorridor auch nur teilweise blockiert ist, dürften Öl-Preise auf oder nahe dem dreistelligen Bereich verharren – Brent bei rund 107 USD, WTI bei rund 103 USD pro Barrel.
Vor dem Krieg flossen rund 20 % des weltweiten Öl- und Gasangebots durch diesen Engpass. Die Folgen spürt man bereits in Asien: Bangladesh schließt Universitäten, Pakistan und die Philippinenführen verkürzte Arbeitswochen ein. Für die Aktienmärkte bedeutet das anhaltenden Gegenwind durch Inflationsdruck und gedämpfte Konsumnachfrage. Ein militärischer Waffenstillstand allein reicht schlicht nicht aus – solange die Straße von Hormus nicht wieder frei befahrbar ist, bleibt Öl das Damoklesschwert über der Weltwirtschaft.
Damit bleibt der Ölmarkt ein zentraler Risikofaktor für die weitere Börsenentwicklung. Während Energieunternehmen kurzfristig profitieren könnten, geraten insbesondere konjunktursensitive Sektoren unter Druck. Für Anleger ist die Situation ein Balanceakt: Einerseitsbieten Rohstoffwerte Chancen, andererseits steigt die Wahrscheinlichkeit makroökonomischer Gegenwinde. Entscheidend wird sein, ob und wie schnell die globalen Lieferketten im Energiesektor wieder vollständig stabilisiert werden können.

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