Top 5 deutsche Dividendenaristokraten: Wachstum, Stabilität, Rendite
Um die wachstumsstärksten Dividendenaristokraten aus Deutschland ausfindig zu machen, müssen wir unseren Blick im Vergleich zu Europa und den USA etwas ausweiten. Auf diese Weise findet man hierzulande 20 der 200 größten börsennotierten Unternehmen, die seit über einem Jahrzehnt ihre Dividenden
Um die wachstumsstärksten Dividendenaristokraten aus Deutschland ausfindig zu machen, müssen wir unseren Blick im Vergleich zu Europa und den USA etwas ausweiten. Auf diese Weise findet man hierzulande 20 der 200 größten börsennotierten Unternehmen, die seit über einem Jahrzehnt ihre Dividenden nicht mehr gesenkt haben. Paart man diese hohe Verlässlichkeit mit der größten Wachstumsstärke der letzten zehn Jahre, ergibt sich nachfolgende exklusive Auswahl.
Deutsche Börse erhöht die Dividende 2025 um 24 % - Rendite steigt von 1,7 % auf 2,3 %
- Letzte Dividendenrendite: 1,72 %
- Umsatzwachstum (letzte 10 Jahre): 11,43 % p.a.
Der Finanzdienstleister hat seine Dividende seit 12 Jahren nicht mehr gesenkt, seit 2015 steigt diese sogar jährlich an. Im laufenden Geschäftsjahr wurde die Ausschüttung hierbei um 24 % auf 4,96 Euro je Aktie angehoben. Gemessen am aktuellen Aktienkurs liegt die Dividendenrendite bei 2,25 % und somit deutlich über der Rendite des vergangenen Jahres und der letzten fünf Jahre (1,81 %). Die Einnahmen der Deutschen Börse haben sich zudem seit dem Jahr 2017 jährlich auf zuletzt 7 Mrd. Euro erhöht. Nach neun Monaten liegen diese im laufenden Geschäftsjahr weitere 6 % über dem Vorjahr. Der für die Dividenden so wichtige Gewinn steigt zudem seit 2018 jährlich an. Nach 1,95 Mrd. Euro im Jahr 2024 ist die Börse auch hier auf Kurs für einen weiteren Anstieg im Jahr 2025, da der Gewinn nach drei Quartalen bisher um 4,5 % zulegte. Der Aktienkurs befindet sich zudem seit etwa zehn Jahren im Aufwärtstrend. Momentan liegt dieser dabei 25 % unter dem Allzeithoch von Anfang Mai 2025.
Einhell trotzt vorherigen Schwankungen: Aktienkurs und Dividende legen seit fünf Jahren kräftig zu
- Letzte Dividendenrendite: 1,23 %
- Umsatzwachstum (letzte 10 Jahre): 10,30 % p.a.
Die Heimwerkerlösungen von Einhell Germany sorgten im letzten Geschäftsjahr für einen Rekordumsatz von 1,1 Mrd. Euro. Dies bedeutete einen Anstieg von 14,4 % zum Vorjahr und übertraf zudem den bisherigen Umsatzrekord aus 2022 um 7,8 %. Im Geschäftsjahr 2025 liegen die Einnahmen nach neun Monaten um weitere 7 % über dem Vorjahreszeitraum. Auch der Gewinn erreichte zuletzt ein Rekordniveau von 65,1 Mio. Euro und lag damit fast 29 % über dem Vorjahr und 8,9 % über dem bisherigen Rekord aus 2022. Im laufenden Geschäftsjahr legte dieser bisher um weitere 18,4 % zu. Die Dividende wurde zuletzt 2014 reduziert und wächst seit 2021 jährlich. 2025 lag das Wachstum nun bei 6,7 % auf 1,60 Euro je Aktie. Die Dividendenrendite steigt damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 2,1 % und liegt ebenfalls spürbar über dem durchschnittlichen Wert der letzten fünf Jahre von 1,4 %. Seit 2020 ist bei der Aktie ein Aufwärtstrend erkennbar, der im Oktober 2025 in einem Allzeithoch gipfelte. Aktuell bewegt sich der Kurs 9 % darunter.
Bechtle gelang 2024 trotz Gewinnrückgangs der Aufstieg zum "echten" Dividendenaristokraten
- Letzte Dividendenrendite: 1,64 %
- Umsatzwachstum (letzte 10 Jahre): 9,35 % p.a.
Bei Bechtle handelt es sich um den einzigen "echten" Dividendenaristokraten in Deutschland, der gleichzeitig ein attraktives Umsatzwachstum bietet. Denn das Unternehmen hat seine Dividende seit 25 Jahren nicht mehr gesenkt. 2025 blieb diese erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder auf dem Vorjahresniveau von 0,70 Euro je Aktie. Die aktuelle Dividendenrendite von 1,64 % liegt trotzdem relevant höher als der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von 1,25 %. Umsatz und Gewinn des größten deutschen IT-Dienstleisters waren 2024 jeweils rückläufig. Die Einnahmen sanken um 1,7 % auf 6,3 Mrd. Euro und der Gewinn um 7,5 % auf 245,5 Mio. Euro. Nach den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres liegt der Umsatz um 1,3 % knapp über dem des Vorjahres. Allerdings kann 2025 von einem weiteren Gewinnrückgang ausgegangen werden, da dieser bisher um 17,4 % sank. Der Aktienkurs stieg von 2009 bis Ende 2021 fast wie an der Schnur gezogen. Seit dem damals erreichten Allzeithoch sank dieser allerdings um bisher 38 %.
Symrise: Rendite hat sich im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre fast verdoppelt
- Letzte Dividendenrendite: 1,63 %
- Umsatzwachstum (letzte 10 Jahre): 8,96 % p.a.
Als einer der weltweit größten Gewürz- und Aromalieferanten kann Symrise seine Einnahmen seit dem Jahr 2005 jährlich steigern. 2024 stiegen diese um 5,7 % auf 5 Mrd. Euro. Der Gewinn musste zudem seit 2010 nur einen Rücksetzer (2022) hinnehmen und stieg zuletzt um 40 % auf den Rekordwert von 478 Mio. Euro. Nach den ersten drei Quartalen im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz bisher um weitere 2,6 %. Für den Gewinn wurde keine konkrete Angabe gemacht, allerdings erhöhte sich das EBITDA im 1. Halbjahr um 4,5 %, während die Ziel-EBITDA-Marge für 2025 von 21,5 % bestätigt wurde. Angesichts der positiven Unternehmensentwicklung hat Symrise seine Dividende seit 18 Jahren nicht mehr gesenkt und steigert diese seit 15 Jahren. 2025 lag das Dividendenwachstum bei 5,3 % auf 1,27 Euro je Aktie, woraus sich eine Dividendenrendite von 1,9 % ergibt, nach einem Durchschnitt von nur 1,0 % in den letzten fünf Jahren. Die Aktie hat ihren 2009 gestarteten Aufwärtstrend Ende 2021 gestoppt und liegt nun 49 % unter dem damaligen Allzeithoch.
Mensch und Maschine: Transformation in vollem Gange, aber Rendite steigt auf 4,6 %
- Letzte Dividendenrendite: 3,72 %
- Umsatzwachstum (letzte 10 Jahre): 8,81 % p.a.
Das Softwareunternehmen weist die mit Abstand attraktivste Dividendenrendite aller heute vorgestellten Aktien auf. Dabei überzeugt Mensch und Maschine mit einer Dividendenkontinuität von 15 Jahren, wobei sich die Ausschüttungen seit 2019 jährlich erhöhen. Zuletzt stieg diese um 10,8 % zum Vorjahr auf 2,05 Euro je Aktie. Zum aktuellen Kurs ergibt sich hieraus sogar eine Dividendenrendite von 4,6 %, verglichen mit einem Durchschnitt der letzten fünf Jahre von 2,4 %. Der Umsatzanstieg um 1,1 % auf 325,8 Mio. Euro bedeutete im Geschäftsjahr 2024 die vierten Rekordeinnahmen in Serie. Der Gewinn steigt sogar bereits seit 2014 jährlich an. Im Digitalisierungssegment wurde kürzlich das Wiederverkaufsmodell auf ein Provisions- beziehungsweise Kommissionsmodell umgestellt, was nach drei Quartalen zu einem Umsatzrückgang von 32 % führte. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Transformation mittelfristig auswirkt. Die Aktie befindet sich seit Anfang 2022 in einer Seitwärtsbewegung, das Allzeithoch von Ende 2021 ist etwa 36 % entfernt.
Fazit
Dividendenjäger könnten mit Mensch und Maschine durchaus glücklich werden. Denn das zweistellige Dividendenwachstum und die Rendite von 4,6 % sprechen für sich. Allerdings ist noch unklar, wie sich die Transformation mittelfristig auswirken wird. Mein Favorit für einen verlässlichen Dividendenzahler mit Kurspotenzialen ist daher die Deutsche Börse. Dividende, Umsatz und Gewinn steigen seit mindestens sieben Jahren stetig an. Hinzu kommt das deutliche Wachstum der Rendite von 2,3 %, während die Aktie erst 2025 ein 10-Jahreshoch erreichte. Der aktuelle Rücksetzer könnte bei einem Anzeichen einer Erholung als Einstiegschance für die Dauerläuferaktie genutzt werden.
Ausgewählte Hebelprodukte auf Bechtle
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Bechtle
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Shutterstock