Vermögensverwalter-Kolumne

DAX-Kursindex aus Sicht von Dollar-Investoren: Draghi drückt den DAX


DAX-Kursindex aus Sicht von Dollar-Investoren:  Draghi drückt den DAX | finanzen.net

Laut einer Bundesbankstatistik vom September 2014 befinden sich etwa zwei Drittel der Marktkapitalisierung des DAX im Besitz von internationalen Investoren, die vor allem in US-Dollar kalkulieren.

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Von Thomas Wüst, Geschäftsführer Valorvest Vermögensverwaltung in Stuttgart

Seit seinem Hoch im April 2008 hat der Euro gegenüber dem US-Dollar etwa ein Drittel an Wert verloren. Aus Sicht von Dollar-Investoren hat der Dow Jones Industrial Average Index in den letzten acht Jahren den DAX-Kursindex (ohne Dividenden in USD) deutlich abgehängt, was eben auch eine Folge der mit der EZB-Geldpolitik verbundenen Euro-Schwäche ist.

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So liegt die Outperformance des Dow Jones Index gegenüber dem DAX-Kursindex in US-Dollar in den letzten acht Jahren per Saldo knapp 43 Prozent. Ohne eine entsprechende Währungsabsicherung hatten international ausgerichtete Anleger mit DAX-Investments wenig Freude. Die gezielte Schwächung des Euros durch die Geldpolitik der EZB hat den Gegenwert von DAX-Investments bei US-Dollar-Investoren deutlich gedrückt. Aktuell notiert der DAX-Kursindex in US-Dollar etwa 19 Prozent unter seinem Allzeithoch.

Vergleich Dow Jones Industrial Average Index mit dem DAX-Kursindex in USD / Quelle: VWD, Valorvest

Die Stärke des US-Dollars stellt nun für die US-Unternehmen eine zunehmende Belastung dar, was die laufende Berichtssaison am Beispiel von IBM und Oracle belegt. Im Unterschied dazu profitieren europäische Unternehmen tendenziell von dem schwachen Euro, was wiederum die neuesten Quartalszahlen von SAP dokumentieren. Die Folgen von Draghis Geldpolitik könnten aus dieser Betrachtung die Outperformance des Dow Jones- gegenüber dem DAX-Index künftig auch aus Sicht von US-Dollar-Investoren beenden.

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Internationale Anleger auf DAX-Einkaufstour

Somit werden nun insbesondere für US-Dollar-Investoren deutsche oder europäische Aktien interessant. Ausgestattet mit einer höheren Kaufkraft erhalten in US-Dollar kalkulierende Investoren derzeit in Deutschland und Europa zudem attraktivere Bewertungsniveaus als in den USA. Aus diesem Blickwinkel macht eine Umschichtung von US-Aktien in europäische Dividendentitel durchaus Sinn, zumal die Kosten für eine Währungsabsicherung aktuell noch sehr günstig sind.

FED-Politik könnte US-Dollar-Stärke begrenzen

Doch Vorsicht: Die US-Notenbank FED wird die US-Dollar-Stärke, die sich aktuell als Belastungsfaktor für die US-Konjunktur entpuppt, dauerhaft nicht ohne weiteres hinnehmen. Sollten die Inflationserwartungen weiterhin niedrig bleiben, wird die FED eine Zinserhöhung in den USA so lange wie möglich hinauszögern, was wiederum zu einer Gegenbewegung des US-Dollars gegenüber dem Euro führen könnte. Sollten die Inflationserwartungen in den USA jedoch stärker anziehen als erwartet, könnten jedoch auch aus einem robusteren Zinsschritt der US-Notenbank entsprechende Währungsturbulenzen resultieren.

Fazit: Die jüngsten Währungsentwicklungen liefern aktuell durchaus Argumente für Investitionen in deutsche und europäische Aktien - gerade aus dem Blickwinkel der größten Investorengruppe am Markt: den US-Dollar Anlegern. Aus dieser Konstellation heraus resultiert jedoch auch ein entsprechendes Risiko für die Finanzmärkte, vor denen auch der IWF auf seiner jüngsten Tagung warnt. So könnte sich der Einfluss von möglichen Währungsturbulenzen in der Zukunft stärker als bisher auf die Finanzmärkte auswirken. Diversifikation bleibt daher auch in Zukunft elementar wichtig!

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Sebastian Kaulitzki / Shutterstock.com

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