Aktien Europa: Anleger hoffen bei Coronavirus auf chinesische Zentralbank
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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach einer trüben Vorwoche haben sich Anleger an den europäischen Börsen am Montag wieder etwas aus der Deckung gewagt. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) stand gegen Mittag mit 0,23 Prozent leicht im Plus bei 3649,33 Punkten. Zwar bereitet das neuartige Coronavirus und seine weitere Ausbreitung noch immer große Sorgen - in China sind inzwischen mehr Menschen daran gestorben als an der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Beobachter sehen in dem Zusammenhang bislang auch noch kein Ende der Panikverkäufe, die zuletzt wieder die Börsen in Asien belastet haben.
Investoren bauen jedoch zum Teil auf die Unterstützung der chinesischen Zentralbank, die mit einer ungewöhnlich hohen Geldspritze und einer Zinssenkung derzeit versucht, die Panik einzudämmen. Die People's Bank of China stellte den Geschäftsbanken 1,2 Billionen Yuan (rund 156 Milliarden Euro) Liquidität zur Verfügung - eine so hohe Summe gab es laut der Nachrichtenagentur Bloomberg seit 2004 nicht mehr.
Der französische Leitindex CAC 40 entwickelte sich wie der Euro Stoxx 50 und legte zuletzt um 0,23 Prozent auf 5819,80 Punkte zu. Für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,41 Prozent nach oben. Etwas Schwung erhielten die Märkte, nachdem das Institut Markit seine zweite Schätzung für die Industriestimmung in der Eurozone leicht anhob. Demnach war der Einkaufsmanagerindex im Januar gegenüber dem Vormonat um 1,6 Punkte auf 47,9 Zähler angestiegen - der höchste Stand seit April vergangenen Jahres.
Unternehmensseitig präsentierte sich der Rohstoffsektor zunächst schwach. Dagegen sorgte die Nachricht über eine Milliardenfusion in der Bezahldienstleister-Branche für einen guten Lauf bei den Tech-Werten. Der entsprechende Branchenindex legte um 0,85 Prozent zu - mit Ingenico weit vorne an der Spitze. Der französische Wirecard-Rivale soll von seinem heimischen Wettbewerber Worldline (Worldline SA) übernommen werden. Wordline bietet insgesamt 8,65 Milliarden Euro für Ingenico. 81 Prozent des Kaufpreises will das Unternehmen in eigenen Aktien bezahlen, den Rest in bar. Das Gebot entspricht den Angaben zufolge einer Prämie von 24 Prozent, wenn man die gewichteten Durchschnittskurse des vergangenen Monats zugrundelegt. Die Ingenico-Aktie gewann gegen Mittag knapp 12 Prozent dazu.
Nach Vorlage frischer Zahlen für das dritte Geschäftsquartal war auch die Aktie von Ryanair gefragt und legte um knapp 4 Prozent zu. Dank einer ungewöhnlich starken Nachfrage und gestiegener Ticketpreise flog der Billigflieger schwarze Zahlen ein. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 88 Millionen Euro nach einem Verlust von 66 Millionen ein Jahr zuvor. Im reiseschwachen Winterhalbjahr schreiben Airlines in der Regel rote Zahlen oder kratzen allenfalls an der Gewinnschwelle. Ihre Gewinne erwirtschaften sie vor allem in der Hauptreisezeit im Sommer.
Um zwei Prozent nach oben ging es zudem für die Aktie von Diageo, nachdem das Analysehaus Kepler Cheuvreux eine Kaufempfehlung für den Spirituosenkonzern ausgesprochen hat. Die eingeleiteten Effizienzmaßnahmen trügen nun Früchte, schrieb Analyst Richard Withagen in einer am Montag vorliegenden Studie. Dies sollte ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich sicherstellen./kro/fba
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