Aktien Frankfurt Ausblick: Abwarten vor Zahlenflut und Fed-Entscheidung
FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Zögern der Anleger vor einer ereignisreichen Woche dürfte dem Dax (DAX 30) am Montag zunächst einige Punkte kosten. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Stunde vor dem Start ein Minus von 0,25 Prozent auf 12 389 Punkte. Damit bewegt sich der Leitindex weiter unterhalb der Marke von 12 600 Punkten, an der er zuletzt knapp gescheitert war. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) als Leitindex der Eurozone wurde ebenfalls etwas tiefer erwartet.
Vor dem weiteren Verlauf der Berichtssaison, dem Zinsentscheid in den USA und weiteren Gesprächen zwischen den USA und China halten sich die Anleger bedeckt. In den kommenden Tagen stehen die Ergebnisse etlicher Dax-Schwergewichte auf der Agenda, ab Dienstag wird eine US-Delegation um den Handelsbeauftragten Robert Lighthizer in China zu erneuten Gesprächen im Handelsstreit erwartet und am Mittwoch rückt die US-Notenbank Fed in den Mittelpunkt.
Mit der Fed könnten nach der EZB in der Vorwoche weiterhin Notenbanken den Ton an den Börsen angeben. Börsianer rechnen fest damit, dass die Fed die Leitzinsen senken wird. Wichtig dürfte daher vor allem der Ausblick auf die weitere Geldpolitik sein.
Für etwas politischen Gesprächsstoff sorgt derweil auch wieder der Brexit: Die neue britische Regierung unter Premier Boris Johnson stellt sich auf einen Austritt aus der EU zum 31. Oktober ohne Abkommen ein. "Längere Zeit spielte der Brexit an den Märkten eine untergeordnete Rolle. Dies könnte sich nun wieder ändern", sagte Analyst Christian Schmidt von der Helaba.
Auf Unternehmensseite gab es an diesem Montag bereits Zahlen von Siemens Healthineers zu verarbeiten. Vorbörslich ging es hier auf der Plattform Tradegate um 1,5 Prozent nach unten. Einem Händler zufolge ist das vergangene Geschäftsquartal gemischt verlaufen. Die hohen Anlaufkosten für das neue Laborsystem Atellica bremsten bei dem Medizintechnikkonzern das Wachstum.
Ansonsten sorgt die nach dem Abstieg aus dem SDAX etwas in den Hintergrund gerückte Aktie von SLM Solutions für Gesprächsstoff. Hier zeichnet nach einer Gewinnwarnung ein herber Kursrutsch um mehr als 20 Prozent ab. Das Unternehmen hatte am Freitag nach Börsenschluss mitgeteilt, dass die bisherigen Prognosen nicht zu erfüllen seien und es vorerst auch keine neuen Prognosen geben werde.
Bei Ströer (Ströer SECo) sorgt vorbörslich eine Analystenstimme für einen 1 Prozent festeren Kurs. Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für den weiter mit "Overweight" beurteilten Außenwerbespezialisten sehr deutlich von 62 auf 103 Euro angehoben. Dem Analysten Marcus Diebel zufolge dürften Unternehmen in Deutschland weniger auf klassische Werbung und dafür immer stärker auf Außenwerbung setzen. Davon sollte der Werbespezialist Ströer profitieren./tih/mis
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