Aktien Frankfurt Ausblick: Dax versucht Stabilisierung nach Ausverkauf
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem panikartigen Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt in dieser Woche dürfte der Dax (DAX 30) am Freitag eine Stabilisierung wagen. Die Coronavirus-Krise jedoch hält die Welt weiter fest im Griff. Allerorten wird versucht, die rasche Ausbreitung des neuartigen Virus zu verhindern. Eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart signalisiert der X-Dax als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex ein kleines Plus von 0,6 Prozent auf 9215 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) dürfte es zum Handelsstart ebenfalls wieder leicht nach oben gehen.
Für den Dax endet an diesem Freitag den 13. eine der wohl turbulentesten Wochen in seiner Geschichte, die aktuell einen Wochenverlust von rund einem Fünftel erwarten lässt. Am vergangenen "Schwarzen Montag" war es für das Börsenbarometer angesichts der Virusängste und eines Ölpreisschocks bereits um fast 8 Prozent abwärts gegangen. Am Donnerstag brach es dann trotz eines umfangreichen Hilfspakets der Europäischen Zentralbank um mehr als 12 Prozent ein und schloss damit erstmals seit 2016 wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 10 000 Zählern.
Es war für den Dax außerdem der zweitgrößte prozentuale Tagesverlust seiner mehr als 30 Jahre alten Geschichte. Seit dem Beginn des Corona-Crashes am 24. Februar büßte er damit rund ein Drittel seines Werts ein.
Durch Einschränkungen wie Grenzschließungen, Reisebeschränkungen oder Absagen von Großveranstaltungen seien nun massive Nachfrageausfälle zu befürchten, sagte Helaba-Analyst Christian Schmidt. "Mit dem Anstieg der Rezessionssorgen wird zunehmend an der Kreditwürdigkeit vieler Unternehmen gezweifelt."
Im Fokus am deutschen Markt könnten aktuell auch wieder Einzelwerte stehen. So sieht der Zahlungsabwickler Wirecard die Sonderprüfung seiner Bücher mit Blick auf das Singapur-Geschäft als "weitestgehend abgeschlossen" an. Ein anderer Teil der Untersuchung liefe jedoch noch. Dabei geht es um die Einsicht in das Drittpartnergeschäft. Wirecard informierte zudem, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2019 vom 8. auf den 30. April zu verschieben. Auf Tradegate schoss die Aktie zwar um 10 Prozent hoch, hatte allerdings tags zuvor auch fast 18 Prozent eingebüßt.
Fraport (Fraport) veröffentlichte seine Jahresbilanz und gab einen Ausblick auf 2020. Wegen der Flugstreichungen infolge der Coronavirus-Krise stellt sich der Frankfurter Flughafenbetreiber auf einen deutlichen Gewinnrückgang ein. Eine konkrete Prognose sei jedoch noch nicht möglich, hieß es. Nachdem Fraport allerdings bereits am Vortag seine Verkehrszahlen für Februar und Aussagen zum März gemacht hatte, dürften die negativen Nachrichten nach dem Kurssturz am Donnerstag von rund 12 Prozent eingepreist sein, sagte ein Händler.
Der Medienkonzern RTL setzt nach erreichten Jahreszielen weiter auf den Ausbau seiner Streaming-Dienste in Deutschland und den Niederlanden. Bis 2025 sollen jährlich rund 350 Millionen Euro in die Inhalte von TV Now und Videoland fließen.
Nordex (Nordex) meldete einen Großauftrag aus Schweden. An den Windpark-Entwickler Ox2 sollen zwölf Turbinen geliefert werden./ck/mis
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