Aktien Frankfurt: Erholungsrally pausiert - Zurückhaltung vor EZB-Sitzung


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Erholungsrally halten die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag die Füße still. Vor der mit Spannung erwarteten EZB-Leitzinsentscheidung belasteten den Dax (DAX 30) Gewinnmitnahmen, die ihn bis zum Mittag unter die Marke von 12 400 Punkten zurückwarfen. Mit einem Minus von 0,93 Prozent auf 12 371,74 Zählern konnte sich der deutsche Leitindex aber weiterhin auf dem höchsten Niveau seit Ende Februar halten.

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Auch in den hinteren Börsenreihen ging es abwärts. Der MDAX verlor zuletzt 0,50 Prozent auf 26 545,28 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx (EURO STOXX 50) gab 0,80 Prozent auf 3243,40 Punkte nach.

Zur Wochenmitte hatte sich die Aufholjagd im Dax noch fortgesetzt, womit der Corona-Crash immer mehr ausgebügelt wird. Antriebsfeder blieb bis zuletzt die Wette der Marktteilnehmer auf eine schnelle Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise. Mit dem Anstieg um rund 1000 Punkte in den vergangenen beiden Tagen hätten die Anleger auch das von der Bundesregierung erwartete Konjunkturprogramm vorweggenommen, sagten Börsianer, das am Vortag verabschiedet worden war. Einmal realisiert, taugten die Corona-Hilfen am Markt nicht mehr für weitere positive Impulse.

CMC-Stratege Jochen Stanzl sprach von einer inzwischen hohen Messlatte für gute Nachrichten, weshalb die Investoren auch vor dem am EZB-Auftritt am frühen Nachmittag eine gewisse Zurückhaltung zeigten. "Nur überdurchschnittlich gute Nachrichten können den Aktienmarkt noch treiben." Fachleute halten es für möglich, dass die Währungshüter eine deutliche Aufstockung ihres Krisen-Anleihenkaufprogramms beschließen. Spekuliert wird dabei auf eine Ausweitung um 500 Milliarden auf dann 1,25 Billionen Euro und eine Verlängerung der Laufzeit bis ins kommende Jahr. Andersherum könnte die EZB mit etwas moderateren Tönen eine Korrektur am Markt einläuten, warnte Stanzl.

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Auf Unternehmensseite belastete die Enttäuschung über die geplanten Regierungshilfen die zuletzt stark gelaufene Autobranche. Die Koalition hatte sich gegen eine Kaufprämie für Benziner und Dieselautos entschieden, aber für deutlich höhere Prämien für Elektroautos. Für die Autowerte im Dax ging es um bis zu vier Prozent abwärts, wobei Daimler am Index-Ende landete. Bei den Zulieferern drückte zudem eine Verkaufsempfehlung von Oddo BHF die Hella (HELLA GmbHCo)-Papiere, die mit mehr als viereinhalb Prozent Abschlag das Schlusslicht im MDAX bildeten.

Bayer (Bayer)-Aktien fanden sich mit einem Minus von rund drei Prozent ebenfalls unter den schwächsten Dax-Werten wieder. Für die Verluste sorgten Nachrichten aus den USA, wo ein Gericht eine unter Einschränkungen erteilte Zulassung des Unkrautvernichters Dicamba des Konzerns wieder aufgehoben hatte. Die Entscheidung bedeutet, dass Landwirte Dicamba nun nicht mehr verwenden dürfen. Von dem Urteil ist auch der Chemiekonzern BASF betroffen, dessen Papiere mit rund einem halben Prozent Abschlag zuletzt vergleichsweise moderat nachgaben.

Lufthansa (Lufthansa) legten angesichts gemischt ausfallender Analystenkommentare nach dem starken Lauf am Vortag wieder den Rückwärtsgang ein, konnten das Minus aber auf zuletzt rund ein Prozent eindämmen. Börsianer bereiten sich derweil auf ein Ausscheiden der Airline aus dem Dax vor. Die Deutsche Börse gibt die Ergebnisse der Index-Überprüfung am späten Abend nachbörslich bekannt.

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HeidelbergCement (HeidelbergCement) schafften es am Tag der Hauptversammlung bis zum Mittag mit einem Plus von dreieinhalb Prozent an die Dax-Spitze, damit setzten die Papiere ihre Rally der vergangenen Tage weiter fort. Der Baustoffekonzern will indes weiterhin keinen Ausblick für das Jahr geben. Dagegen gab adidas positive Signale zum China-Geschäft, wo der Sportartikelhersteller nach dem Lockdown wieder gut aus den Startlöchern kommt. Die Papiere profitierten von diesen Aussagen mit knapp einem Prozent Plus.

Im MDax gehörten die Papiere des Dax-Aspiranten Deutsche Wohnen (Deutsche Wohnen SE) mit knapp zwei Prozent zu den Bestläufern - es wird erwartet, dass der Immobilienkonzern die Lufthansa in der ersten Börsenliga ersetzen wird./tav/fba

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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