Aktien Frankfurt: Verluste nach Erholung auf August-Niveau


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Erholungsrally im Dax (DAX 40) hat auf dem höchsten Niveau seit Mitte August zunächst wieder eine Pause eingelegt. Am Mittwochmittag notierte der deutsche Leitindex mit 0,6 Prozent im Minus bei 13 607 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich sogar rund ein Prozent verloren hatte. Damit wackelt auch der Vortagesausbruch über die 200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Alleine seit dem vergangenen Donnerstag war der Dax zuletzt um über 4 Prozent geklettert.

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Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen verlor am Mittwoch 0,8 Prozent auf 24 282 Punkte. Er hatte sich zuletzt sogar um über 5 Prozent verbessert. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) gab zuletzt ein halbes Prozent nach.

"Die Märkte schätzen Gewissheit, jedoch ist diese in Sachen Midterms noch nicht vorhanden", kommentierte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst CMC Markets, in Anspielung auf die US-Wahlen in der Mitte der vierjährigen Amtszeit von Präsident Joe Biden. Nach der Schließung der Wahllokale in zahlreichen Bundesstaaten ist weiter offen, welche Partei künftig im US-Kongress das Sagen haben wird. Ein zuletzt vorhergesagter überwältigender Sieg der Republikaner zeichnete sich trotz einiger Erfolge bisher nicht ab. "Was den Aktienmarkt angeht, so dürfte ein Stillstand in Washington eine eher positive Wirkung entfalten", betonte Oldenburger.

Mit Blick auf die Statistik macht der Marktexperte den Anlegern Mut: "In der Vergangenheit stellten die Midterms wichtige Weichen für den weiteren Kursverlauf und dieser war meist positiv geprägt. Blickt man 12 Monate nach vorne, konnten die US-Börsen nach den letzten 19 Zwischenwahlen seit dem Zweiten Weltkrieg im Durchschnitt um rund 15 Prozent zulegen."

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Für Zurückhaltung am Markt sorgen derweil vermutlich auch bereits die US-Verbraucherpreise am Donnerstag angesichts ihrer Signalwirkung für die Zinspolitik der US-Notenbank. Das Umfeld bleibt laut den Experten der Helaba angesichts hoher Inflationserwartungen schwierig.

Die Verunsicherung der Anleger zeigte sich auch in teils deutlichen Kursschwankungen von Einzelwerten. So drehten Papiere von Siemens Healthineers nach schwachem Auftakt um fast 4,8 Prozent ins Plus, wovon aktuell aber nur noch rund 2 Prozent verblieben. Der Medizintechnikkonzern geht für das im Oktober gestartete Geschäftsjahr von einer Abschwächung der Geschäfte aus und erwartet ein sinkendes bereinigtes Ergebnis je Aktie und einen nahezu stagnierenden vergleichbaren Umsatz. Analysten blieben in ersten Reaktionen aber gelassen.

Auch bei adidas verarbeiteten die Anleger einen erneuten Stimmungsdämpfer gut. Wegen der inzwischen beendeten Partnerschaft mit dem Rapper Kanye West und seiner Marke Yeezy mussten die Herzogenauracher ihre Umsatzprognose abermals kappen. Der jüngsten Freude der Börsianer über den neuen, von Puma abwandernden Konzernchef tat das aber keinen Abbruch - nach anfänglichen Verlusten bauten sie ihre Erholung um 2 Prozent aus. Von ihrem am Donnerstag erreichten Tief seit 2016 ging es inzwischen um rund 31 Prozent nach oben.

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Viele andere Unternehmen legten ebenfalls Geschäftszahlen vor - darunter Evotec (EVOTEC SE) und Bilfinger (Bilfinger SE), die daraufhin zweistellig einbrachen. Deutlich gestiegene Kosten für Energie und hohe Ausgaben für den Ausbau der Produktion zehren am operativen Gewinn des Pharmaforschers, während den Industriedienstleister die Kosten für sein Sparprogramm belasten.

Vantage Towers sprangen derweil zweistellig an und nähern sich wieder ihrem Rekordhoch vom März. Der Telekomkonzern Vodafone (Vodafone Group) bringt die Beteiligung an seiner Funkturmtochter in ein Gemeinschaftsunternehmen mit den Finanzinvestoren GIP und KKR (KKRCo) ein. Das neue Unternehmen hat ein freiwilliges Übernahmeangebot von 32 Euro pro ausstehender Vantage-Towers-Aktie unterbreitet. Aktuell kosten sie sogar 32,60 Euro./ag/jha/

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