Aktien New York Ausblick: Dow wenig verändert erwartet vor Fed-Sitzung
NEW YORK (dpa-AFX) - Nach seinem Vortagesverlust dürfte der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zur Wochenmitte und vor den Ergebnissen der US-Notenbanksitzung zunächst keine größeren Sprünge machen. Die Kauflust der Anleger könnte von gesunkenen Ölpreisen gedämpft werden, die unter der Aussicht auf steigende US-Ölreserven litten. Zudem könnten negative Konjunkturaussagen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für etwas Belastung sorgen.
Der Broker IG taxierte den US-Leitindex rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsbeginn 0,1 Prozent höher auf 27 282 Punkte. Am Vortag hatte der Dow mehr als 1 Prozent verloren, während der Technologiewerte-Index NASDAQ 100 den dritten Handelstag in Folge ein Rekordhoch markiert hatte.
Für den marktbreiten S&P 500-Index (S&P 500) sehen die Experten der französischen Großbank Societe Generale trotz der jüngsten Erholungsrally immer noch deutliches Aufwärtspotenzial. "Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass er vor Jahresende noch 3500 Punkte übertreffen kann, bevor er sich dann wieder seinem fairen Wert von 3300 Punkten annähert", erklärte die für den US-Aktienmarkt zuständige Strategin Sophie Huynh.
Bürger, Unternehmen und Staaten müssen sich nach Einschätzung der OECD wegen der Corona-Pandemie auf äußerst schwere und lang anhaltende Folgen einstellen. Es handele sich um die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, der vor 75 Jahren endete. Für das laufende Jahr rechnet die OECD mit einem Einbruch der Weltwirtschaft um 6,0 Prozent. In den USA dürfte der Einbruch der Wirtschaft 2020 demnach 7,3 Prozent betragen.
Am Abend stehen dann neue geldpolitische Entscheidungen der US-Notenbank Fed auf der Agenda. Am Markt wird nicht damit gerechnet, dass die Fed bei den Maßnahmen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nachlegen wird. Allerdings dürften Prognosen der Fed zur weiteren konjunkturellen Entwicklung in den USA stark beachtet werden. Die Währungshüter werden zudem erstmals seit einem halben Jahr wieder Konjunkturprognosen veröffentlichen.
Unter den Einzelwerten könnten die großen Technologiewerte wie Apple, Amazon oder Microsoft erneut im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen und ihren Rekordkurs vom Vortag fortsetzen. Anleger setzen mit den Käufen dieser Papiere auf eine immer stärkere Digitalisierung von Wirtschaft, Konsum und öffentlichem Leben, die von der Corona-Pandemie noch befeuert werden dürfte. Tech-Giganten wie Apple, Amazon, Microsoft und Facebook gelten als die großen Profiteure dieser Entwicklungen.
Auch für die Aktien des Elektroautobauers Tesla zeichnet sich am Mittwoch ein Rekordhoch ab. Zuletzt legten sie im vorbörslichen US-Handel um 5,65 Prozent auf 993,80 US-Dollar zu. Damit könnten die Papiere erstmals die Marke von 1000 Dollar knacken. Seit dem Absturz der Tesla-Aktie im Sog der Corona-Krise bis auf 350 US-Dollar Mitte März hat sich der Kurs nun fast verdreifacht. Bei 1000 Dollar wäre Tesla an der Börse dann 185,5 Milliarden Dollar oder umgerechnet 164 Milliarden Euro wert. Zum Vergleich: Die drei deutschen Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) bringen es in Summe auf knapp 156 Milliarden Euro./edh/fba