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APA ots news: OeNB: Schaden durch Zahlungsbetrug steigt 2025 auf 115 Millionen Euro

Anstieg um 17,6 % im Vorjahresvergleich - Betrugsraten in

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Österreich aber unter EU-Schnitt - OeNB verstärkt Prävention

und Information weiter

Wien (APA-ots) - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) veröffentlicht

einen

aktuellen OeNB Report mit neuen Daten zu den Auswirkungen von Betrug

im unbaren Zahlungsverkehr. 2025 hat sich die Schadenssumme im

Vorjahresvergleich um 17,6 % erhöht - auf insgesamt 115,4 Mio EUR.

Dennoch ist im Schnitt nur eine von 16.000 Transaktionen eine

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betrügerische Zahlung. Von 1.000 bezahlten EUR fließen im

Durchschnitt lediglich 1,6 Cent an Betrüger:innen. Im europäischen

Vergleich steht Österreich gut da: Bei den meisten Zahlungsarten

liegen die heimischen Betrugsraten unter dem EU-Durchschnitt.

Insgesamt wurden 2025 rund 351.000 betrügerische Transaktionen

registriert. Dabei geht es um Überweisungen, Kartenzahlungen,

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Bargeldbehebungen mit Karte, Lastschriften, E-Geld-Zahlungen,

Finanztransfers und Scheckzahlungen. Die durchschnittliche

Schadenssumme beträgt über alle Zahlungsarten hinweg rund 329 EUR pro

Betrugsfall. Dabei zeigen sich jedoch große Unterschiede zwischen den

einzelnen Zahlungsarten. Neun von zehn Betrugsfällen entfallen auf

Kartenzahlungen, bei denen der durchschnittliche Schaden mit rund 75

EUR vergleichsweise gering ist.

"Österreich verfügt über einen sehr sicheren Zahlungsverkehr und

steht auch im europäischen Vergleich gut da. Der deutliche Anstieg

der Schadenssumme zeigt aber, dass wir uns auf diesem hohen

Sicherheitsniveau nicht ausruhen dürfen. Entscheidend ist, neue

Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und dort anzusetzen, wo neue

Risiken entstehen. Deshalb beobachten und analysieren wir als OeNB

die Entwicklungen genau und leisten - neben zahlreichen Aktivitäten

im Bereich Zahlungsverkehrssicherheit und Finanzbildung - auch mit

unseren Daten und Analysen einen wichtigen Beitrag zur

Betrugsprävention", so OeNB-Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger.

Zwtl.: Betrügerische Überweisungen im Fokus

Im Detail zeigt der europäische Vergleich: Österreich liegt bei

der Betrugsrate bei allen untersuchten Zahlungsarten unter dem EU-

Durchschnitt - mit Ausnahme von Überweisungen. Hier liegt die

Betrugsrate gemessen an der Anzahl der Transaktionen mit 0,004 %

doppelt so hoch wie im EU-Schnitt (0,002 %). Gemessen an der

Schadenssumme liegt Österreich bei Überweisungen hingegen genau im EU

-Durchschnitt (0,001 %), bei allen anderen Zahlungsarten deutlich

darunter.

Die betrügerischen Überweisungen verursachen den mit Abstand

größten finanziellen Schaden. Darunter fallen sowohl Überweisungen,

die von Betrüger:innen selbst ausgelöst werden, als auch Zahlungen,

die Opfer infolge gezielter Täuschung selbst freigeben. Überweisungen

machen nur rund 9 % der gemeldeten Betrugsfälle aus, sind mit rund 89

Mio EUR aber für 78 % der gesamten Schadenssumme verantwortlich. Der

durchschnittliche Schaden bei einer betrügerischen Überweisung liegt

bei rund 3.000 EUR, in Einzelfällen wurden sogar Schäden von mehr als

1 Mio EUR beobachtet.

Besonders auffällig ist dabei die zunehmende Bedeutung sozialer

Manipulation ("Social Engineering"): 83 % der Verluste bei

Überweisungen waren 2025 darauf zurückzuführen, dass Betrüger:innen

ihre Opfer gezielt täuschten und dazu brachten, eine Zahlung selbst

auszulösen und freizugeben. Zu den häufigen Betrugsmaschen zählen

dabei etwa Kauf- und Anlagebetrug, Liebesbetrug, Rechnungs- und

Überweisungsbetrug, Paketdienst- und Zustellbetrug, CEO-Betrug,

"Behörden"-Betrug sowie der Enkel- oder Neffentrick. Der Betrug

verlagert sich damit zunehmend von technischen Angriffen hin zur

gezielten Manipulation von Menschen.

Eine genaue Beschreibung der Vorgangsweisen bei den einzelnen

Kategorien und detaillierte Ausführungen zu anderen Betrugsmaschen

wie Phishing, Quishing oder SIM-Swapping finden sich im OeNB Report

2026/22. Zusätzlich können dort auch Informationen zu aktuell

verbreiteten Betrugsmaschen etwa bei Kartenzahlungen oder

Bargeldbehebungen sowie bei anderen unbaren Zahlungsmethoden

nachgelesen werden.

Zwtl.: OeNB setzt auf Prävention

OeNB-Direktor Josef Meichenitsch verantwortet in seinem Ressort

sowohl den Zahlungsverkehr als auch die Finanzbildung. Für ihn sind

technische Sicherheit und Prävention zwei Seiten derselben Medaille:

"Betrüger werden immer dreister und arbeiten mit immer

ausgefalleneren Tricks, um an das hart verdiente Geld ihrer Opfer zu

kommen. Jeder von uns kennt die WhatsApp-Nachricht mit windigen

Investment-Angeboten, die Fake-Anrufe oder die SMS vom Enkerl, der

Nichte oder dem Sohn, der das Handy verloren hat und ein bisschen

Geld braucht. Dagegen hilft am besten Bewusstsein schaffen,

kritisches Hinterfragen und eine gute Portion Vorsicht. Als OeNB

sorgen wir gemeinsam mit dem Eurosystem für einen sicheren

Zahlungsverkehr und eine starke und stabile Infrastruktur. Mit der

Finanzbildung setzen wir voll auf Prävention."

In diesem Zusammenhang veranstaltet die OeNB gemeinsam mit der

Polizei österreichweit Projekttage zum Thema "Generationen gemeinsam

sicher", bei denen Schüler:innen und Senior:innen gemeinsam lernen,

Betrugsmaschen zu erkennen und sich davor zu schützen. In Kooperation

mit der Universität Wien hat die OeNB eine Phishing-Simulation an

Schulen gestartet, bei der Jugendliche anhand realistischer Beispiele

lernen, Phishing zu erkennen. Und zudem ist Betrugsprävention Teil

der OeNB-Finanzbildungsarbeit, die Wissen über sicheres digitales

Bezahlen und typische Warnsignale vermittelt, damit Menschen

Betrugsversuche möglichst erkennen, bevor überhaupt ein Schaden

entsteht.

Auch Künstliche Intelligenz eröffnet Betrüger:innen neue

Möglichkeiten. Mithilfe von KI können beispielsweise täuschend echte

E-Mails, Webseiten, Stimmen oder Videobotschaften erstellt werden.

Technische Sicherheitsmaßnahmen wie die starke

Kundenauthentifizierung schützen zwar vor unbefugten Zugriffen auf

Konten, können aber nicht verhindern, dass Menschen durch gezielte

Manipulation dazu gebracht werden, eine betrügerische Zahlung selbst

freizugeben.

Zwtl.: Wer trägt den Schaden?

Wer bei Zahlungsbetrug letztlich den finanziellen Schaden trägt,

hängt wesentlich davon ab, ob eine Zahlung vom Opfer selbst

autorisiert wurde oder nicht. 2025 trugen Zahlungsdienstnutzer:innen

97 % der Verluste, die durch betrügerische Überweisungen entstanden.

Bei Bargeldabhebungen trugen Kund:innen 55 % der Verluste, bei

Kartenzahlungen hingegen lediglich 32 %. Bei E-Geld-Transaktionen

wurden die Betrugsverluste vollständig von den Zahlungsinstituten

getragen.

Grundsätzlich gilt: Bei einer nicht autorisierten Zahlung muss

die Bank das Konto des Kunden bzw. der Kundin unverzüglich

berichtigen. Wurde eine Zahlung hingegen vom Opfer selbst

autorisiert, etwa durch eine TAN- oder App-Freigabe im Onlinebanking,

trägt grundsätzlich der Kunde bzw. die Kundin den Schaden. Die

konkrete Haftung hängt allerdings vom jeweiligen Einzelfall ab. Dabei

können auch die Schutz- und Sorgfaltspflichten der Bank sowie eine

mögliche grobe Fahrlässigkeit des Opfers eine Rolle spielen.

Der OeNB Report 2026/22 beschreibt typische Warnsignale bei

Betrugsversuchen und detaillierte Handlungsempfehlungen im

Betrugsfall.

Informations- und Beratungsstellen

OeNB : Informationen zum sicheren Zahlungsverkehr, aktuelle

Betrugswarnungen und Prävention

Finanzmarktaufsicht (FMA) : Informationen zu Betrugsrisiken im

Finanzbereich und Warnungen vor unseriösen Anbietern

Bundeskanzleramt : Informationen zu Cyberkriminalität und

Prävention sowie Hinweise zur Anzeige von Betrugsfällen

Watchlist Internet : Aktuelle Warnungen vor Phishing, Fake-Shops

und weiteren Betrugsmaschen

onlinesicherheit.gv.at : Informationsplattform der Republik

Österreich zu den Themen Cybersicherheit, Internetkriminalität und

digitale Sicherheit, inkl. relevante Beratungs- und Meldestellen

Internet Ombudsstelle : Beratung bei Problemen im Online-Handel

sowie bei Internetbetrug

Arbeiterkammer (AK) : Informationen zu Konsumentenschutz, Online-

Betrug, Fake-Shops und Unterstützung bei Verbraucherfragen

Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) : Meldestelle für

Rufnummernmissbrauch sowie unerwünschte elektronische Kommunikation

OeNB Report 2026/22 "115,4 Mio EUR Schaden durch Betrug im

Zahlungsverkehr im Jahr 2025"

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank

Pressesprecherin

Mag.a Marlies Schroeder, MiM

Telefon: (+43-1) 404 20-6900

E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at

Website: https://www.oenb.at

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OTS0036 2026-08-20/09:51

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