BdB: Euroraum-BIP steigt 2023 um 0,5% und 2024 um 0,6%
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Wirtschaft des Euroraums dürfte nach Einschätzung der Chefvolkswirte der Mitglieder des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) im laufenden und kommenden Jahr weiter wachsen. Wie Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding in einer Präsentation sagte, wird für 2023 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent gerechnet und für 2024 mit einer Wachstumsrate von 0,6 Prozent. Für Deutschland erwarten die BdB-Ökonomen BIP-Veränderungsraten von minus 0,5 und plus 0,3 Prozent.
Nach Schmiedings Aussage dürfte die Euroraum-Wirtschaft Ende 2023 stagnieren und den Winter über schwach bleiben. "Später dürften aber die Auftriebskräfte die Oberhand gewinnen, gerade auch im verarbeitenden Gewerbe", sagte Schmieding. Das BdB-Szenario beruht auf der Annahme, dass sich die Lage in China nicht weiter verschlimmern wird. Für die US-Wirtschaft wird mit einer "weichen Landung" der Konjunktur gerechnet, auf das ab dem zweiten Halbjahr ein Wachstum auf Trendniveau folgen soll.
Die Aussichten für die deutsche Konjunktur sind nach seiner Aussage "verhalten und unsicher". "Es ist zu befürchten, dass wir im zweiten Halbjahr 2023 wieder in einer leichten Rezession sind", sagte er. Im kommenden Jahr dürfte es dann besser werden."
Die Inflation im Euroraum Schmieding zufolge ab dem zweiten Halbjahr 2024 "eine gut sichtbare 2 vor dem Komma haben", im Jahresdurchschnitt aber bei etwa 3 Prozent liegen.