Billigeres Erdöl drückt deutsche Importpreise im April
WIESBADEN (Dow Jones)--Die Importpreise in Deutschland sind im April stärker gesunken als erwartet. Vor allem das billigere Erdöl sorgte für die Preisrückgänge. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete, fiel der Index der Einfuhrpreise im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent. Ökonomen hatten nur einen Rückgang von 1,4 Prozent prognostiziert. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Importpreisrückgang von 7,4 Prozent registriert. Im Vorfeld war ein Minus von 7,1 Prozent erwartet worden.
Der Rückgang der Importpreise gegenüber dem Vorjahr ist war vor allem von den Einfuhrpreisen für Energie beeinflusst. Energieimporte waren im April um 54,6 Prozent billiger als im Vorjahr. Den größten Einfluss hatte Erdöl mit einem Minus von 68,9 Prozent. "Ein maßgeblicher Teil des Preisrückgangs bei Energieprodukten kann auf die gesunkene Nachfrage angesichts der aktuellen Corona-Pandemie zurückgeführt werden", erklärten die Statistiker.
Der Einfuhrpreisindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnissse lag den Angaben zufolge im April um 0,6 Prozent niedriger als im Vormonat, während sich im Jahresvergleich ein Rückgang um 2,6 Prozent ergab.
Die Entwicklung der Importpreise ist ein Indiz für die deutsche Inflation, die Exportpreise lassen Rückschlüsse auf die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu.
Der Index der Ausfuhrpreise lag im April um 0,4 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Rückgang um 1,1 Prozent registriert.
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May 29, 2020 02:25 ET (06:25 GMT)