Bitkom: Corona-Krise trifft Startups mit voller Wucht
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Die Corona-Krise hat die Startups in Deutschland laut einer Umfrage hart getroffen. Für 68 Prozent der Befragten in der Erhebung des Digitalverbands Bitkom hat sich die eigene Situation seit Beginn der Corona-Pandemie verschlechtert. 88 Prozent sind zudem überzeugt, dass sich die Situation für Startups auch allgemein verschlechtert hat, und 78 Prozent erwarten eine Pleitewelle unter deutschen Startups.
47 Prozent gaben an, dass die Corona-Krise ihre Existenz bedrohe. Eine erneute harte Lockdown-Situation würden Startups, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen, nur noch für maximal drei bis vier Monate durchhalten, so das Ergebnis der Umfrage unter 112 Startups, die im Mai und Juni durchgeführt wurde.
"Wir haben in den vergangenen Wochen viel über die Rettung von Konzernen gesprochen. Startups sind hierzulande aber inzwischen längst wichtige Arbeitgeber - und sie sind entscheidend für unsere digitale Innovationsfähigkeit", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Es sei in den vergangenen Jahren mit vielen Anstrengungen gelungen, Deutschland zu einem Hotspot für Technologie-Startups zu machen. "Diese Arbeit dürfen wir jetzt nicht aufs Spiel setzen." 43 Prozent der Startups beklagten Umsatzrückgänge seit Ausbruch der Corona-Krise, nur 15 Prozent konnten ihren Umsatz steigern.
Von der Politik fühlen sich die Startups laut der Umfrage nicht ausreichend unterstützt. So sagten zwar 75 Prozent der Befragten, dass die Bundesregierung in der Corona-Krise grundsätzlich die richtigen Entscheidungen getroffen habe. Zugleich beklagten aber 63 Prozent, dass die Politik zu wenig unternehme, um in Not geratene Startups zu unterstützen. Die Startup-Politik der Regierung in der Krise wird im Durchschnitt gerade einmal mit der Schulnote "ausreichend" (4,2) bewertet.
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June 18, 2020 03:41 ET (07:41 GMT)