Bitkom: Digitalisierungsschub durch Pandemie wird andauern


BERLIN (Dow Jones)--Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in den Firmen beschleunigt. Dieser Digitalisierungsschub wird laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom von Dauer sein. Die befragten Unternehmen fordern zudem von der kommenden Bundesregierung mehr Anstrengungen. So sollten Ämter und Behörden ihre Leistungen digital anbieten, und der Kampf gegen Internet-Kriminalität sollte ausgeweitet werden.

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Die Bitkom-Umfrage ergab, dass die Unternehmen die eingeleiteten Maßnahmen wie Videokonferenzen oder Kollaborationstools, aber auch die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle mehrheitlich beibehalten oder sogar noch ausweiten werden. Zugleich setzen sich die Unternehmen verstärkt mit der Nutzung wichtiger digitaler Technologien wie Datenanalysen oder künstlicher Intelligenz auseinander, so die Umfrage unter 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigte. Die künftige Bundesregierung sollte diese digitale Aufbruchsstimmung nun nutzen, so das Plädoyer des Verbands.

"Die Politik sollte die Entwicklung unterstützen und darf keine neuen Hürden errichten. Und auch die Unternehmen müssen ihre Digitalprojekte jetzt ganz konsequent umsetzen", forderte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Investitionen werden wohl zurückgehen

Als Hemmnis für die Digitalisierung nannten die Unternehmen laut Bitkom den Datenschutz, den Fachkräftemangel und fehlende Zeit. So beklagen 8 von 10 (79 Prozent) die Datenschutz-Anforderungen. Das ist ein Anstieg um 10 Prozentpunkte verglichen mit dem Vorjahr. Ebenfalls um 10 Prozentpunkte zugelegt hat der Fachkräftemangel, den zwei Drittel (65 Prozent) der Unternehmen als Digitalisierungs-Bremse benennen.

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Die Investitionen in die Digitalisierung könnten laut Umfrage allerdings zurückgehen. Nachdem im laufenden Jahr noch jedes dritte Unternehmen die Investitionen gegenüber 2020 steigerte und fast genauso viele weniger Geld ausgeben, deutet sich für das kommende Jahr ein Rückgang an. Nur noch 12 Prozent planen steigende Digitalisierungs-Ausgaben, aber 37 Prozent wollen ihre Investitionen zurückfahren.

Ein schlechtes Zeugnis stellten die Unternehmen Deutschland im internationalen Vergleich aus. Die große Mehrheit der Unternehmen (88 Prozent) meint, dass Deutschland bei der Digitalisierung den Anschluss an Länder wie die USA oder China verloren hat. Im weltweiten Vergleich hält nur 1 Prozent die Bundesrepublik für weltweit führend bei der Digitalisierung, 30 Prozent sehen sie zumindest in der Spitzengruppe.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/mgo

(END) Dow Jones Newswires

November 24, 2021 05:00 ET (10:00 GMT)

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