Bündnis fordert EU-Stopp von Energieimporten aus Russland
BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts der dramatischen Lage in der Ukraine fordert ein breites Bündnis aus Experten und Aktivisten das Ende von Gas-, Öl- und Kohlelieferungen aus Russland in die Europäische Union. "Wir alle finanzieren diesen Krieg", heißt es in einem offenen Brief von Umweltaktivisten, Wissenschaftlern, Schauspielerinnen und Politik- und Wirtschaftsexperten an die Bundesregierung. "Täglich zahlen wir als EU-Staaten über 500 Millionen Euro für den Import von Öl, Gas und Kohle an die russische Führung." Deutschland sei einer der größten Zahler in der EU.
"Drehen Sie der russischen Führung den Geldhahn zu!", verlangt das Bündnis. Die Energiepreise könnten dann weiter steigen. "Doch all dies sollten uns unsere Freiheit, Sicherheit und das Leben der Menschen in der Ukraine wert sein." Es müsse einen Ausgleich für einkommensschwache Haushalte in Form eines Programms zur sozialen Abfederung der absehbaren Preissteigerungen geben.
Ein solcher Importstopp müsse zugleich der Auftakt für eine Politik sein, die in neuer Kraft und Geschwindigkeit konsequent auf erneuerbare Energien, Energieeffizienz und eine Verkehrswende setze, heißt es in dem Schreiben, das am Mittwochmorgen veröffentlicht wurde und danach an die Bundesregierung geschickt werden sollte.
Zu den 100 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern gehören etwa Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer, Seenotretterin und Naturschutzökologin Carola Rackete, Arzt und Schriftsteller Eckart von Hirschhausen sowie die Schauspielerinnen Anja Kling und Katja Riemann.
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