KI-Comeback: Anleger stürzen sich wieder auf Chipaktien wie Infineon, AIXTRON, ASML & Co.
Nach der jüngsten Korrektur greifen Anleger bei KI- und Halbleiteraktien wieder zu. Vor allem starke Kursgewinne in Südkorea sorgen auch in Europa für Rückenwind.
In Asien haben die Anleger nach der jüngsten Korrektur am Freitagmorgen bei den Highflyern der KI-Rally wieder zugegriffen. Dieser frische Mut schwappt am Morgen etwas auf Europa über. Hier sind die Aktien aus der Halbleiterbranche wie Infineon, ASML NV, STMicroelectronics, AIXTRON SE und SUSS MicroTec SE ebenfalls gefragt. Aber auch andere Werte mit KI-Fantasie wie Siemens Energy.
Die Kursgewinne fielen kleiner aus als in Asien, wie allerdings auch die vorherige Korrektur geringer war. So erholten sich Infineon auf XETRA letztlich um 1,35 Prozent auf 77,38 Euro, nachdem sie vom Rekord in der Vorwoche um 15 Prozent korrigiert hatten. Dabei profitiert die Aktie auch von einer Analystenstimme: Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Infineon von 70 auf 100 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Während Kapazitätsengpässe ein Hauptthema in der gesamten Halbleiter-Lieferkette seien, habe Infineon erklärt, ein Geschäft im Wert von 30 Milliarden Euro Umsatz stemmen könne, ohne einen neuen Reinraum zu errichten, schrieb Tammy Qiu in einer am Freitag vorliegenden Einschätzung. Insgesamt sei die Nachfrage solide. ASML notierten daneben 3,59 Prozent höher bei 1.634,40 Euro an der Euronext, während STMicro in Frankreich 1,62 Prozent auf 62,78 Euro gewannen. AIXTRON legten 5,81 Prozent auf 49,20 Euro zu, SUSS Microtec gewannen auf XETRA daneben 5,98 Prozent auf 49,28 Euro, während es für Siemens Energy um 1,39 Prozent auf 168,12 Euro aufwärts ging.
Zuletzt war die Sorge wieder größer geworden, dass die KI-getrieben Rekordrally übertrieben wurde - zunächst wegen Bedenken vor einem zunehmenden Kostendruck durch steigende Chippreise und dann noch wegen neuer Sorgen, dass es überschüssige Rechenkapazitäten geben könnte. Dazu beigetragen hatten am Vortag Spekulationen, dass der Social-Media-Konzern Meta diese an den Markt weiterverkaufen will.
Laut der Helaba macht eine mögliche KI-Blase schon wieder die Runde. Die Landesbank kommt aber zu dem Fazit, dass die Situation "nur auf den ersten Blick blasenverdächtig" sei. Das Thema bringe zwar alles dafür mit, laut dem Aktienmarktstrategen Markus Reinwand sind jedoch von sechs Kriterien höchstens drei erfüllt. "Das aus unserer Sicht wichtigste Indiz für eine Überhitzung, nämlich eine extrem hohe Bewertung, ist im Technologiesektor derzeit nicht zu beklagen".
Anleger sollten laut Reinwand aber wachsam bleiben. "Gerade in den Bereichen, die bislang stark von Investitionen rund um das Thema Künstliche Intelligenz profitiert haben, sollte das Gewinnwachstum nicht einfach fortgeschrieben werden", gibt er zu bedenken. "Außerdem wäre es ungewöhnlich, wenn es bei einer derartigen technologischen Revolution nicht auch zu Überinvestitionen und Fehlallokationen kommen würde.
Auf Gesamtmarktebene sind laut Reinwand kräftig zulegende Unternehmensgewinne notwendig, um die Bewertungen zu rechtfertigen. Dies sei aber keine ausgemachte Sache. Mittelfristig glaubt er aber, dass die KI-Vorteile auch in anderen Wirtschaftszweigen ankommen. Diese Einschätzung teilt die Pimco-Ökonomin Tiffany Wilding: "Auf lange Sicht könnte die KI deflationär wirken, wenn sie die Produktivität steigert, das effektive Angebot erweitert und die Lohnstückkosten
Die Anleger hatten sich zuletzt immer mehr Sorgen vor einem Überangebot an Rechenkapazitäten für KI gemacht, nachdem ambitionierten Pläne des Meta Platforms-Konzerns für ein eigenes Cloud-Geschäft durchgesickert waren.
FRANKFURT (dpa-AFX)
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