Comeback?

Erholungstendenzen bei den Aktien von Intel, Micron & Co. halten teils an: Was den Chipsektor vor der Bilanzsaison antreibt


Erholungstendenzen bei den Aktien von Intel, Micron & Co. halten teils an: Was den Chipsektor vor der Bilanzsaison antreibt

Zwei zuletzt besonders gebeutelte Chipwerte drehen teilweise am kräftigsten nach oben, und der Grund liegt tief in den Bilanzschätzungen der Wall Street.

  • Chipsektor erholt sich nach zwei schwächeren Wochen nur teilweise
  • Intel führt die Aufwärtsrevisionen an
  • Am 23. Juli 2026 legt Intel seine Zahlen zum zweiten Quartal vor
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Nachdem der Chipsektor am vergangenen Donnerstag mächtig unter Druck geriet, deuteten sich in der neuen Woche eine erste Erholung an. So ging es für die Aktie von Sandisk an der NASDAQ zunächst stark nach oben. Inzwischen verliert das Papier jedoch wieder stellenweise um 0,61 Prozent nach unten auf 1.734,34 US-Dollar. Intel und Micron Technology legen zeitweise 2,4 Prozent auf 123,24 US-Dollar bzw. 2,73 Prozent auf 1.002,03 US-Dollar zu. Bei Western Digital steht sogar ein Plus von 6,79 Prozent auf 575,60 US-Dollar an der Kurstafel.

Damit startet der Speicherchip-Sektor, der zuletzt zu den schwankungsanfälligsten Gruppen im Markt zählte, einen Erholungsversuch.

Warum ausgerechnet Intel und Sandisk vorne liegen

Den Hintergrund liefert die anlaufende US-Bilanzsaison. Laut einer Auswertung des Datenanbieters FactSet vom 2. Juli 2026 haben Analysten die Gewinnschätzungen für den Technologiesektor des S&P 500 im zweiten Quartal 2026 seit dem 31. März 2026 auf Dollarbasis um 9,9 Prozent angehoben, mehr als in jedem anderen Sektor außer der Energiebranche. Das ist ungewöhnlich, denn Analysten senken Schätzungen im Quartalsverlauf normalerweise. Für den S&P 500 insgesamt bedeutete das laut FactSet-Analyst John Butters die stärkste Aufwärtsrevision der Gewinnschätzung seit dem zweiten Quartal 2021.

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Innerhalb des Sektors führen Intel und Sandisk die Liste der Einzelwerte mit den größten Aufwärtsrevisionen an: Die mittlere Gewinnschätzung pro Aktie für Intel stieg laut FactSet von 0,08 auf 0,21 US-Dollar für das zweite Quartal 2026, jene für Sandisk von 18,57 auf 33,71 US-Dollar im selben Zeitraum.

Speicherchip-Werte ziehen geschlossen mit

Auch Western Digital und Micron Technology gehören zu den Nutznießern der optimistischeren Erwartungen an die Speicherchip-Nachfrage, die vor allem durch den Ausbau von KI-Rechenzentren getrieben wird. Micron zählt laut FactSet neben NVIDIA und Apple zu den Werten, die in absoluten Dollarbeträgen am stärksten zum gestiegenen Gewinnausblick des Technologiesektors beitragen. Alle vier Aktien gehörten in den vergangenen Monaten bereits zu den volatilsten Werten im S&P 500, mit kräftigen Ausschlägen in beide Richtungen je nach Nachrichtenlage zu Lieferverträgen, Kapazitäten und Analystenkommentaren.

Steigende Erwartungen erhöhen die Fallhöhe

Für Anleger bedeutet die Entwicklung vor allem, dass die Messlatte für die anstehenden Quartalsberichte spürbar höher liegt als noch im März. Je stärker die Schätzungen bereits vorab angehoben wurden, desto weniger reicht ein bloßes Erreichen der Prognosen für eine positive Kursreaktion, und ein Verfehlen dürfte entsprechend schärfer bestraft werden. Der aktuelle Kursanstieg ist damit weniger eine Reaktion auf bereits vorliegende Zahlen als eine Vorwegnahme steigender Erwartungen.

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Der nächste belastbare Test folgt am 23. Juli 2026: Dann legt Intel seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor und zeigt sich, ob die optimistischen Schätzungen tatsächlich Substanz haben.

Benedict Kurschat, Thomas Zoller, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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