Destatis: Mehrwertsteuersenkung drückt Preise um 1,6 Prozent


WIESBADEN (Dow Jones)--Das Statistische Bundesamt (Destatis) schätzt, dass die vom Bundeskabinett beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer einen Rückgang der Verbraucherpreise um rein rechnerisch um 1,6 Prozent verursachen wird. Die Rechnung basiert jedoch auf der Annahme, dass die Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weitergegeben wird, wie die Statistiker mitteilten.

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"Inwieweit die für Juli angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer an die Verbraucher weitergeben wird, ist derzeit noch unklar, da eine vollständige Weitergabe nicht gesetzlich verordnet ist", erläuterte Destatis. Auch seien die tatsächlichen Auswirkungen für die Inflationsrate nur schwer abschätzbar, da die Preisentwicklung insgesamt von vielen anderen Effekten bestimmt werde.

Am 12. Juni hatte das Bundeskabinett zur Konjunktur- und Krisenbewältigung infolge der Pandemie beschlossen, die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise den ermäßigten Satz von 7 auf 5 Prozent zu senken.

Die Steueränderungen wirken sich nicht auf alle Waren und Dienstleistungen des Warenkorbs gleichermaßen aus, wie die Statistiker erläuterten. Rund 70 Prozent der im Warenkorb enthaltenen Güter sind mit dem vollen Steuersatz (19 Prozent) oder dem ermäßigten Steuersatz (7 Prozent) behaftet. Dagegen sind rund 30 Prozent der Güter von der Mehrwertsteuerpflicht befreit.

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Deshalb wird sich die Mehrwertsteuersenkung auf die einzelnen Gütergruppen unterschiedlich auswirken. Beispielsweise haben die Steuersenkungen einen Einfluss auf Nahrungsmittel (vorrangig 7 Prozent) und Bekleidung (19 Prozent). Wohnungsmieten, die einen hohen Anteil an den Verbrauchsausgaben haben, sind hingegen nicht betroffen.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/hab

(END) Dow Jones Newswires

June 15, 2020 02:29 ET (06:29 GMT)

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