Deutsche Arbeitskosten sinken im dritten Quartal um 1,7 Prozent
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Arbeitskosten in Deutschland sind im dritten Quartal aufgrund eines Sondereffekts gesunken. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) gingen sie gegenüber dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 1,7 Prozent zurück und lagen kalenderbereinigt um nur noch 1,7 (zweites Quartal: 3,9) Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Laut Destatis beruhte der Rückgang auf Quartalssicht darauf, dass die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im zweiten Quartal pandemiebedingt stark gesunken war, was rechnerisch die Kosten je geleisteter Arbeitsstunde stark erhöhte.
Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, lag der Anstieg der Arbeitskosten trotz des angesprochenen Rückgangs bei 1,4 Prozent. Der Großteil dieses Anstiegs (plus 2,1 Prozent) erfolgte bereits im ersten Quartal 2020 und setzte sich im zweiten Quartal dann schwächer (plus 1,0 Prozent) fort.
Die Kosten für Bruttoverdienste erhöhten sich im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,7 (3,8) Prozent, die Lohnnebenkosten stiegen um 1,4 (4,4) Prozent.
Im europäischen Vergleich blieb der Anstieg der deutschen Arbeitskosten laut Destatis unterdurchschnittlich. Die Arbeitskosten im produzierenden Gewerbe und bei den sogenannten wirtschaftlichen Dienstleistungen (ohne öffentlichen Dienst und Gesundheitswesen) lagen in zweiten Quartal um 3,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Im EU-Durchschnitt betrug dieser Wert 4,0 Prozent, in Frankreich 2,6 Prozent, in Rumänien 17,5 Prozent. In Zypern gingen die Arbeitskosten dagegen mit einer Jahresrate von 8,6 Prozent zurück.
Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/apo
(END) Dow Jones Newswires
December 09, 2020 02:24 ET (07:24 GMT)