Deutsche Arbeitslosenzahl steigt im April stärker als erwartet
Von Hans Bentzien
BERLIN (Dow Jones)--Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im April deutlicher als erwartet gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, erhöhte sich die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 24.000, nachdem sie im März um revidiert 19.000 (vorläufig: 16.000) zugenommen hatte. Die Arbeitslosenquote blieb bei 5,6 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um nur 5.000 prognostiziert und eine unveränderte Quote von 5,6 Prozent.
Ohne Berücksichtigung der saisonalen Faktoren verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen um 8.000 auf 2,586 Millionen. Das waren 276.000 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 5,7 Prozent. "Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt bleibt auch im April schwach. Einer der Gründe dafür ist die träge Konjunktur. Insgesamt befindet sich der Arbeitsmarkt aber in einer stabilen Verfassung", erklärte die BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles.
Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, stieg saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 18.000 (23.000). Sie betraf 3,445 Millionen Personen. Das waren 389.000 (357.000) mehr als vor einen Jahr. Ohne die Berücksichtigung ukrainischer Flüchtlinge hätte die Unterbeschäftigung um 34.000 über dem Vorjahreswert gelegen. Im März wären es im Jahresvergleich 25.000 weniger gewesen.
Wie die BA weiter mitteilte, zeigten Betriebe zwischen dem 1. und dem 24. April konjunkturelle Kurzarbeit für 36.000 (50.000) Menschen an. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Februar zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten in diesem Monat für 162.000 (Januar: 140.000) Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt.
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April 28, 2023 03:55 ET (07:55 GMT)