Deutsche Bahn rüttelt trotz hoher Belastungen nicht an Investitionen
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Bahn will trotz erheblicher Belastungen und der herrschenden Unsicherheiten an ihrem Investitionsprogramm festhalten. "Die Corona-Pandemie wird uns hart treffen, vermutlich härter als in der Finanzkrise 2008/09" sagte Bahnchef Richard Lutz in einer Telefonkonferenz. Es sei aufgrund fehlender belastbarer Prognosen aber "unseriös", die wirtschaftlichen Folgen für den Konzern jetzt schon quantifizieren zu wollen. An der Strategie "Starke Schiene" hält die Bahn unterdessen "unbeirrt" fest. Sie investiere weiter in Fahrzeuge sowie Infrastruktur und setze ihre Rekrutierungsoffensive weiter fort.
"Wir werden diese Krise bewältigen und überwinden", zeigte sich Lutz zuversichtlich.
Das Aufkommen im Personenverkehr ist massiv eingebrochen. Im Fernverkehr liegt es etwa bei 10 bis 15 Prozent des Normalniveaus, im Regionalverkehr bei rund 15 Prozent. Gleichzeitig werde im Fernverkehr mit 75 Prozent der Kapazität gefahren, im Regionalverkehr sind es laut Lutz etwa zwei Drittel. "Wir haben das Angebot nicht weiter reduziert, weil wir als Deutsche Bahn Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Verkehrs haben", sagte Lutz. Es gehe etwa darum, dass Menschen in systemrelevanten Berufen zuverlässig an ihre Arbeitsstätten und heimgeholte Urlauber schnell von den Flughäfen nach Hause kämen. Betriebsergebnisse und Auslastungszahlen hätten derzeit nicht den Vorrang.
Im Güterverkehr fährt die Bahn unterdessen weiter. "Wir fahren alles, aber auch wirklich alles, was Kunden gefahren haben möchten", sagte Lutz. Auch die Bautätigkeit werde fortgesetzt. "Wir möchten so viel bauen wie nur eben möglich."
Kurzarbeit innerhalb der Eisenbahn-Geschäftsfelder sei derzeit nicht geplant, sagte Lutz. Grundsätzlich ausschließen wolle er das Instrument aber nicht.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/mgo/sha
(END) Dow Jones Newswires
April 06, 2020 05:25 ET (09:25 GMT)