Deutsche Exporte wachsen im Juli stärker als erwartet
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)--Die deutsche Wirtschaft hat ihre Ausfuhren im Juli trotz der Pandemie kräftig gesteigert. Zudem war der Zuwachs stärker als erwartet. Die Exporteure verkauften kalender- und saisonbereinigt 4,7 Prozent mehr im Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur ein Plus von 3,3 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Exporte allerdings um 11,0 Prozent niedriger.
Die Importe stiegen im Juli um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auf Jahressicht stellte sich jedoch ein Rückgang um 11,3 Prozent ein. Gegenüber dem Februar - dem Monat vor dem Beginn der coronabedingten Einschränkungen - lagen die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 12,1 Prozent und die Importe um 11,5 Prozent niedriger.
Der Außenhandelsüberschuss betrug kalender- und saisonbereinigt 18,0 Milliarden Euro. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten mit einem Aktivsaldo von 16,0 Milliarden Euro gerechnet. Der Überschuss in der Leistungsbilanz betrug nach vorläufigen Berechnungen der Bundesbank 20,0 Milliarden Euro. Ökonomen hatten lediglich 15,0 Milliarden Euro erwartet.
Je nach Handelspartner waren die Exporte im Jahresvergleich unterschiedlich stark beeinträchtigt: Während Exporte nach China im Juli nur um 0,1 Prozent sanken, nahmen die Exporte in die von der Pandemie besonders betroffenen USA um 17,0 Prozent ab. Die Exporte nach Großbritannien verzeichneten einen Rückgang von 12,6 Prozent.