Deutsche Russland-Investitionen brechen im zweiten Quartal ein
BERLIN (Dow Jones)--Die deutschen Russland-Investitionen sind im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Krise so niedrig gewesen wie noch nie in den vergangenen 20 Jahren. Insgesamt haben deutsche Unternehmen zwischen März und Juni Investitionen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro aus Russland abzogen, erklärte die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) am Montag unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Bundesbank. Dennoch beliefen sich die Gesamtinvestitionen im ersten Halbjahr 2020 auf ein Plus von knapp 700 Millionen Euro.
"Viele Investitionen wurden verschoben und auf Eis gelegt. Die weltweiten Anti-Corona-Maßnahmen tragen zu Verunsicherung der Russland-Investoren bei", erklärte der AHK-Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp. 2018 hatten die Netto-Direktinvestitionen mit 3,8 Milliarden Euro und 2019 mit 2,6 Milliarden Euro Rekordwerte erreicht. "Viele Firmen hatten sich auf ein gutes Jahr im Russlandgeschäft eingestellt, dann kam Corona", so der AHK-Chef.
Insgesamt brach im ersten Halbjahr der Handel zwischen Deutschland und Russland um 24 Prozent auf nun 22 Milliarden Euro ein. Russland liegt damit nach Polen, Tschechien und Ungarn nur noch an vierter Stelle im deutschen Osteuropahandel.
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August 31, 2020 04:27 ET (08:27 GMT)