Deutscher Arbeitsmarkt zeigt Anzeichen einer Trendwende
Von Andreas Kißler
NÜRNBERG/BERLIN (Dow Jones)--Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im August in saisonbereinigter Rechnung günstiger entwickelt als erwartet und zeigt damit zunehmende Anzeichen einer Trendwende. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) bekanntgab, sank die Arbeitslosenzahl bereinigt um saisonale Einflüsse gegenüber Juli um 9.000 Personen. Damit sind nun 2,955 Millionen Menschen ohne Beschäftigung.
Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten hingegen eine Zunahme um 20.000 Personen erwartet. Im Juli hatte sich die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt in revidierter Rechnung um 17.000 verringert. Die BA hatte ursprünglich einen Rückgang um 18.000 ausgewiesen. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote verharrte im August bei 6,4 Prozent, was den Erwartungen der Experten entsprach. Gegenüber dem Vorjahr waren 636.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet.
Nicht saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 45.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich nicht bereinigt um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent. "Die Arbeitslosigkeit hat im August im üblichen Umfang zugenommen; damit gab es wie schon im Juli keinen zusätzlichen coronabedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit", sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Detlef Scheele. "Dennoch sind die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt weiterhin sehr deutlich sichtbar." Diese nicht saisonbereinigte Arbeitslosenzahl sei von Juli auf August aufgrund der Sommerpause gestiegen.
Bei der Saisonbereinigung werden jahreszeitliche Schwankungen zum Beispiel durch übliche Wettereinflüsse herausgerechnet.
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September 01, 2020 03:55 ET (07:55 GMT)