DIHK beklagt Ungewissheit über Energiepreise und -versorgung
BERLIN (Dow Jones)--Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Achim Dercks, sieht vor allem die aktuell hohen Energiepreise sowie die Ungewissheit über die künftige Energieversorgung als Ursache für den Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland. "Es ist vor allem die Unsicherheit über eine stabile und zukunftssichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen insgesamt, die die Unternehmen belasten", sagte Dercks dem Nachrichtensender Phoenix.
Sein Dachverband erlebe tatsächlich, dass sehr viele Unternehmen ins Ausland schauten und Produktion verlagerten, nicht nur um neue Märkte zu erschließen, sondern in zunehmenden Maße aus Kostengründen, "weil es in Deutschland zu teuer wird". Hier müsse die Bundesregierung gegensteuern, damit sich dieser beginnende Prozess "nicht zu einem Flächenbrand" auswachse, forderte Dercks laut dem Sender.
Konkret verlangte Dercks eine Abschaffung der Stromsteuer sowie Anreize für Investitionen in erneuerbare Energien. Die CO2-Bepreisung sei richtig, die sei zielgerichtet und sachgerecht, aber dann brauche es an einer anderen Stelle Entlastung. "Denn wenn Unternehmen aus Deutschland rausgehen, wenn sie nicht hier investieren, dann verlieren wir an industrieller Substanz und dann verlieren wir an Wachstumspotential, das ist eine richtige Gefahr für die Steuereinnahmen und die öffentlichen Haushalte", warnte Dercks.
Investitionsanreize in erneuerbare Energien seien erforderlich, damit das Angebot ausgeweitet werde und damit der Preis für Strom aus Erneuerbaren langfristig sinken könne. Zudem kritisierte Dercks, dass der Bürokratieabbau nur schleppend vorangehe. Tatsächlich würden auf europäischer Ebene immer noch mehr neue Regulierungen geschaffen als abgeschafft würden. Es reiche nicht, neue Gesetze zu machen, sondern es komme vor allem auf die Umsetzung dieser Gesetze an. Und dabei sei Deutschland in vielen Bereichen einfach zu langsam und zu schwerfällig.