DIHK: Hoffnung auf schnelle Erholung verfrüht
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt angesichts der jüngsten Daten zu den deutschen Auftragseingängen vor verfrühter Euphorie über die Wirtschaftsentwicklung. "Der insgesamt leichte Anstieg der Neuaufträge scheint aktuell noch stark von Nachholeffekten zuvor ausgebliebener Geschäfte getrieben - vor allem im Ausland", erklärte DIHK-Expertin Melanie Vogelbach. "Der Rückgang der Bestellungen aus dem Inland hingegen zeigt, dass die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung verfrüht sind."
Der Auftragseingang der deutschen Industrie war im Juli aufgrund einer gesunkenen Inlandsnachfrage schwächer als erwartet ausgefallen. Die Bestellungen stiegen gegenüber dem Vormonat um 2,8 Prozent und lagen um 7,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Erwartet worden war ein monatlicher Zuwachs von 5,0 Prozent.
Zahlreiche Unternehmen in Deutschland könnten die negativen Folgen der Pandemie noch zu spüren bekommen, warnte Vogelbach. Zudem könnten anhaltende Unsicherheiten im Auslandsgeschäft die konjunkturelle Erholung langfristig dämpfen. Noch immer erschwerten eine verminderte Nachfrage, ausbleibende Investitionen, Störungen in den Lieferketten und Einschränkungen bei Geschäftsreisen die internationalen Geschäfte der Industrie. Umso wichtiger seien deshalb gute Rahmenbedingungen in Deutschland. "Niedrigere Belastungen durch Steuern und Bürokratieabbau sind gerade für den Mittelstand ganz wichtige Elemente für einen nachhaltigen Aufschwung", betonte sie.
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September 04, 2020 04:19 ET (08:19 GMT)