DIW erwartet weiteren Wirtschaftseinbruch im Winter


BERLIN (Dow Jones)--Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) geht angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionsdynamik und des damit einhergehenden zweiten harten Lockdowns von einem Einbruch der Wirtschaftsleistung im Winter aus. Nur wenn sich die Lage deutlich beruhigt, könne die deutsche Wirtschaft ab Februar auf ihren Erholungspfad zurückkehren, wie das Konjunkturbarometer Dezember zeigt. "Auch wenn es schmerzlich ist, werden wir den harten Lockdown wohl bis mindestens Ende Januar durchhalten müssen", sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

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Im Schlussquartal 2020 werde die deutsche Wirtschaft wohl um knapp 1 Prozent schrumpfen, im Auftaktquartal des kommenden Jahres dürfte der Rückgang sogar noch deutlich höher ausfallen. Bis zum Start des Teil-Lockdowns Anfang November habe ein guter Teil der Verluste aus dem Frühjahr aufgeholt werden können. Deshalb steht das DIW-Konjunkturbarometer zum Jahresende mit 115 Punkten für das vierte Quartal noch vergleichsweise gut da. Allerdings schlagen sich die Auswirkungen des neuerlichen Lockdowns in den Wirtschaftsdaten, die in das Barometer einfließen, bisher kaum nieder, im Gegensatz zu positiven Daten aus der deutschen Industrie für die Zeit zu Quartalsbeginn.

Mit den mittlerweile beschlossenen Einschränkungen werde dies aber nicht so bleiben. Allerdings spricht die jüngste Stimmungsaufhellung bei den Unternehmen laut DIW dafür, dass bei einem Rückgang der Infektionszahlen mit deutlichen Zuwächsen bei der Wirtschaftsleistung im Frühjahr zu rechnen ist. Es deute sich sogar an, dass die Industrie relativ robust durch den Winter kommen könnte, weil sie auf die Situation besser vorbereitet ist als im Frühjahr und beispielsweise nicht unter Lieferengpässen leidet. Auch die Dienstleister blicken etwas zuversichtlicher in die Zukunft.

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/apo

(END) Dow Jones Newswires

December 21, 2020 04:30 ET (09:30 GMT)

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