DSW warnt vor Beschneidung von Aktionärsrechten durch HV-Absagen


FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz warnt vor einer Beschneidung der Aktionärsrechte aufgrund der zahlreichen Verschiebungen von Hauptversammlungen. "Wer jetzt fordert, Frage- oder Anfechtungsrechte von Aktionären außer Kraft zu setzen, schießt deutlich über das Ziel hinaus und will bewusst einen Dammbruch provozieren", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler.

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Die zahlreichen Absagen oder Verschiebungen hätten beträchtliche Folgen. "Das ist alles andere als trivial. Ohne Hauptversammlungsbeschluss ist die Auszahlung der Dividende nicht möglich. Ohne Hauptversammlungsbeschluss sind wichtige Kapital- oder Strukturmaßnahmen nicht umsetzbar", so Tüngler. Vor diesem Hintergrund stelle sich durchaus die Frage, ob und gegebenenfalls wie der deutsche Gesetzgeber helfen könne, um Aktiengesellschaften und ihre Anteilseigner bei der Bewältigung dieser Ausnahmesituation zu unterstützen.

"Ein Weg wäre die weitgehende Verlagerung der Aktionärsversammlungen ins Netz", sagte er. Das setze allerdings einen entsprechenden Passus in der Unternehmenssatzung voraus. Die Satzung ändern könne wiederum nur die Hauptversammlung. "Hier wäre es sinnvoll, zeitlich auf 2020 beschränkt, auf diese Satzungsermächtigung zu verzichten. Dann könnte das Unternehmen ohne HV-Beschluss die Veranstaltung ins Netz verlegen", sagt Tüngler.

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