Elterngeldreform: Sorge vor mehr Diskriminierung im Job


BERLIN (dpa-AFX) - Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, befürchtet wegen der Elterngeldpläne von Familienministerin Karin Prien (CDU) weitere Benachteiligungen von Eltern. Die Bundesregierung sollte bei der Elterngeldreform darauf achten, dass Mütter und Väter auch vor Diskriminierung geschützt werden, forderte sie in der "Rheinischen Post".

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"Wir wissen aus einer großen Befragung, dass viele Eltern am Arbeitsplatz Diskriminierung erleben, wenn sie Elternzeit beantragen", sagte die Antidiskriminierungsbeauftragte. Väter berichteten dabei noch häufiger von negativen Erfahrungen als Mütter: "Wenn Väter bei der Kinderbetreuung nicht mitziehen, haben Mütter doppelt das Nachsehen: neben Nachteilen im Job würden sie nur noch für neun Monate Elterngeld bekommen. Das wäre ungerecht und könnte sie stärker in finanzielle Abhängigkeit bringen."

Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung forderte daher Nachbesserungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. "Um Eltern vor Benachteiligung im Job zu schützen, gibt es ein einfaches Mittel: im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz muss 'familiäre Fürsorge' als Schutzgrund verankert werden", sagte Ataman.

Umfassende Änderungen beim Elterngeld

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) plant umfassende Änderungen beim Elterngeld. Nach ihrem Gesetzentwurf soll das Elterngeld ab November 2027 nur noch 12 statt der bisherigen 14 Monate gezahlt werden. Die volle Bezugsdauer von 12 Monaten soll es künftig nur dann geben, wenn beide Elternteile jeweils mindestens drei Monate beim Baby zu Hause bleiben.

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Konkret bedeutet dies: Drei Monate sind für jedes Elternteil reserviert, sechs weitere Monate können zwischen den Eltern flexibel aufgeteilt werden. Im Gegenzug soll der Mindestbetrag von 300 auf 330 Euro und der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro angehoben werden. Alleinerziehende könnten weiterhin bis zu zwölf Monate volles Elterngeld erhalten. Hintergrund der Reform sind Sparvorgaben. Die Pläne stoßen auf breite Kritik./sl/DP/zb

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