Entwicklungsbank: Pandemie wirft Kampf gegen Armut in Asien zurück
MANILA (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie hat den Kampf gegen Armut in der Asien-Pazifik-Region um mindestens zwei Jahre zurückgeworfen. Zu diesem Ergebnis kommt die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) in ihrem jährlichen Kennzahlenbericht, den die Bank am Mittwoch vorlegte.
Demzufolge wird erwartet, dass das Wirtschaftswachstum der Region in diesem Jahr die extreme Armut auf ein Niveau reduzieren wird, welches ohne Pandemie bereits 2020 erreicht worden wäre. Als extrem arm gilt demnach, wer seinen Lebensunterhalt mit weniger als 1,90 US-Dollar (1,91 Euro) am Tag bestreitet.
Allmählich erholten sich die Volkswirtschaften der Region von Lockdowns und anderen Pandemie-Beschränkungen, führte die Bank aus. Doch der Fortschritt sei uneinheitlich, und für viele Länder werde es nun noch schwerer als vor der Corona-Zeit, der Armut zu entkommen. Die Pandemie habe auch die Ernährungsunsicherheit verstärkt und den Zugang zur Gesundheitsversorgung und Bildung verschlechtert.
Trotz eines Anstiegs der Armut im Jahr 2020 gehen die Experten davon aus, dass die Zahl der extrem armen Menschen bis 2030 voraussichtlich auf weniger als ein Prozent der Bevölkerung sinken wird. Rund sieben Prozent würden demnach arm sein, 25 Prozent wirtschaftlich gefährdet.
"Die Regierungen in der Region sollten sich auf Widerstandsfähigkeit, Innovation und Inklusivität konzentrieren, um ausgewogenere wirtschaftliche Möglichkeiten und größere soziale Mobilität für alle zu ermöglichen", sagte ADB-Chefökonom Albert Park.
Gefährdet seien die Aussichten durch die Möglichkeit einer Stagflation, anhaltender Konflikte unter Beteiligung wichtiger globaler Akteure, zunehmender Ernährungsunsicherheit und von Energiepreisschwankungen. Unter Stagflation versteht man eine Mischung aus hoher Inflation sowie stagnierender Wirtschaftsleistung.
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