EZB: Banken straffen Firmenkreditstandards im 1Q stärker als erwartet


Von Hans Bentzien

DOW JONES--Die Banken des Euroraums haben ihre Standards für Unternehmenskredite im ersten Quartal deutlicher als erwartet gestrafft und prognostizieren für das zweite Quartal noch deutlich strengere Standards. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem Quartalsbericht zur Kreditvergabe mitteilte, gab es 10 Prozent mehr Banken, die ihre Kreditstandards strafften als solche, die sie lockerten. Die Banken selbst hatten im Februar für das erste Quartal etwas strengere Standards (6 Prozent) prognostiziert. Für das zweite Jahresviertel wird eine Straffung um 19 Prozent erwartet.

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Laut EZB war die Netto-Verschärfung stärker als im historischen Durchschnitt und stellte die ausgeprägteste Verschärfung seit dem dritten Quartal 2023 dar. "Dies unterstreicht einen anhaltenden Trend zur kumulativen Straffung, der Mitte 2025 begann. Die Hauptfaktoren hierfür waren wahrgenommene Risiken für den Wirtschaftsausblick sowie eine geringere Risikotoleranz der Banken", teilte sie mit. Auf eine entsprechende Sonderfrage hin gaben die Banken an, dass die Geopolitik und Entwicklungen auf dem Energiemarkt einen Verschärfungsdruck ausübten. "Einige Banken berichteten zudem von zusätzlichen Verschärfungen bei Engagements gegenüber energieintensiven Unternehmen sowie im Nahen Osten."

Regional gesehen konzentrierten sich die strengeren Standards auf Spanien (25 Prozent), Deutschland (16 Prozent) und Frankreich (9 Prozent). Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten sank im ersten Quartal leicht (2 Prozent). Erwartet worden war allerdings ein Anstieg (6 Prozent). Für das zweite Quartal ein Nachfragerückgang um 10 Prozent prognostiziert.

Die Standards für Hauskredite wurden leicht strenger (2 Prozent), die für Konsumentenkredite deutlich (15 Prozent). Erwartet worden waren Straffungen um 3 beziehungsweise 9 Prozent. Für das zweite Quartal werden jeweils strengere Standards von 8 und 13 Prozent prognostiziert.

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Die Nachfrage nach Hauskrediten war unverändert, während die nach Konsumkrediten sank (minus 11 Prozent). Erwartet worden waren leichte Zuwächse von 3 und 2 Prozent. Für das zweite Quartal werden Rückgang um 20 beziehungsweise 9 Prozent) prognostiziert.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

April 28, 2026 04:02 ET (08:02 GMT)

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