EZB unterstellt bei Bankenstresstest wohl stärkeren Eigenkapitalverlust
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Großbanken des Euroraums haben beim aktuell laufenden Stresstest nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) unrealistische Annahmen im Hinblick auf den drohenden Eigenkapitalverzehr getroffen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtet, korrigierte die EZB im Rahmen der so genannten Qualitätssicherung den Eigenkapitalverlust auf 5 Prozentpunkte. Die Banken hatten ihn auf 3,5 Prozentpunkte veranschlagt. Zwar sind Interventionen der EZB beim Stresstest nicht ungewöhnlich, in diesem Ausmaß aber selten.
Annahmen zur Eigenkapitalentwicklung unter simulierten Negativszenarien können die Aktienkurse und die Fähigkeit der Institute zur Dividendenzahlung beeinflussen. Nach EZB-Angaben ist das aktuelle "adverse Szenario" das bisher härteste in der Geschichte der Stresstests.