Finanzministerium: Deutsche Steuereinnahmen legen im November leicht zu


Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Die deutschen Steuereinnahmen sind im November deutlich langsamer gewachsen als im Vormonat und legten lediglich um 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr zu. Das gab das Bundesfinanzministerium in seinem Monatsbericht bekannt. Im Oktober hatte das Steuerplus noch bei 6,1 Prozent gelegen. Das Ministerium führte das verlangsamte Wachstum auf Sondereinflüsse zurück. Diese beträfen insbesondere die Einfuhrumsatzsteuer sowie die Körperschaftsteuer. Während der ersten elf Monate des Jahres stiegen die Steuereinnahmen insgesamt um 8,7 Prozent und lagen über den Schätzungen für das Gesamtjahr.

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Der Bund allein nahm im November 23,0 Milliarden Euro an Steuern ein, ein Plus von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Wesentlichen war dies laut dem Ministerium auf die gewachsenen Einnahmen des Bundes aus den Gemeinschaftssteuern zurückzuführen. Hierbei habe neben deren allgemeinem Anstieg um 5,5 Prozent gegenüber November 2021 auch der Rückgang der im Rahmen des Finanzausgleichs an die Länder zu leistenden Umsatzsteuer-Festbeträge eine Rolle gespielt. Diese seien im November 2021 aufgrund der Kompensationszahlungen an Länder und Gemeinden für Einnahmeausfälle aus den zur Minderung der Auswirkungen der Corona-Pandemie ergriffenen steuerlichen Maßnahmen sehr hoch gewesen.

Die Länder nahmen mit 25,97 Milliarden Euro um 2,3 Prozent weniger an Steuern ein. Insgesamt belief sich das deutsche Steueraufkommen im November auf rund 55,9 Milliarden Euro.

In den ersten elf Monaten des Jahres nahmen die Steuereinnahmen insgesamt um 8,7 Prozent auf 706,0 Milliarden Euro zu. Der Bund verbuchte eine Steigerung um 11,3 Prozent, die Länder von 9,0 Prozent.

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Konjunkturelle Aussichten trotz positivem dritten Quartal getrübt

In seiner Beurteilung der wirtschaftlichen Lage bleibt das Ministerium vorsichtig. Trotz des "überraschend positiven" Wirtschaftswachstums von 0,3 Prozent im dritten Quartal blieben die konjunkturellen Aussichten weiterhin getrübt.

Die Ökonomen des Hauses verwiesen auf die vorausschauenden Konjunkturindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima oder die Auftragseingänge, die auf eine deutlich gebremste konjunkturelle Entwicklung in den nächsten Monaten hindeuteten. Auch die Verbraucherstimmung liege weiterhin im pessimistischen Bereich.

Die Situation am Arbeitsmarkt zeige sich aber mit hohem Beschäftigungsniveau "weiterhin grundsätzlich robust" gegenüber den gesamtwirtschaftlichen Belastungen, wie es im Monatsbericht heißt. "Trotz aktuell wieder steigender Kurzarbeit ist keine grundlegende Verschlechterung am Arbeitsmarkt zu erwarten", so das Ministerium.

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Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/smh

(END) Dow Jones Newswires

December 21, 2022 18:00 ET (23:00 GMT)

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