Gewinnmitnahmen

SK hynix- und Samsung-Aktie knicken ein: Anleger sichern Gewinne - Analysten bleiben gelassen


SK hynix- und Samsung-Aktie knicken ein: Anleger sichern Gewinne - Analysten bleiben gelassen

Nach einer außergewöhnlichen Kursrally geraten die beiden südkoreanischen Halbleitergiganten Samsung und SK hynix am Mittwoch unter Verkaufsdruck.

  • Gewinnmitnahmen drücken Aktien von Samsung Electronics und SK hynix deutlich ins Minus
  • Analysten deuten den Kursrückgang nicht als Fundamentalbruch
  • Gemessen am KGV gelten beide Werte im Vergleich zu US-Rivalen als günstig
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Südkoreas Chip-Schwergewichte haben ihren Höhenflug in den letzten Tagen unterbrochen. Auch am Mittwoch drücken Gewinnmitnahmen die Aktien von Samsung Electronics und SK hynix an der südkoreanischen Börse ins Minus: Die Samsung-Aktie verlor in Seoul 5,84 Prozent auf 314.500 Won, während der Anteilsschein von SK hynix um 3,40 Prozent auf 2.560.000 Won nachgab.

Bemerkenswert ist, wie einhellig die Analystenzunft den Rücksetzer liest: nicht als Bruch der Geschäftsgrundlage, sondern als Entladung überfüllter Depots. Während die Kurse nachgeben, bleibt die Bewertung der beiden Speicherkonzerne im internationalen Vergleich niedrig, und mehrere Häuser haben ihre Kursziele zuletzt sogar angehoben.

Analysten lesen den Rücksetzer als Gewinnmitnahmen

Der Kern des Ausverkaufs liegt nach übereinstimmender Einschätzung der Brokerhäuser weniger im Geschäft als in der Marktstruktur. Samsung Electronics und SK hynix stehen zusammen für rund die Hälfte der KOSPI-Marktkapitalisierung, weshalb der gesamte Index kippt, sobald die beiden Titel wanken. Schon in der Woche vom 22. bis 26. Juni 2026 zogen ausländische Investoren nach Daten der Korea Exchange netto etwa 16,6 Billionen Won aus dem Markt, verstärkt durch Hebelprodukte auf einzelne Aktien, die schon auf kleine Negativmeldungen mit Verkaufsdruck reagieren. Sorgen über höhere Speicherpreise, die bereits auf die Endgerätepreise durchschlagen, Berichte über einen verschobenen Börsengang von OpenAI und die Furcht vor vorsichtigeren KI-Investitionen der großen Rechenzentrumsbetreiber taten ihr Übriges. Von einer Verschlechterung der Fundamentaldaten sprach kaum ein Analyst.

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Bewertung bleibt im Vergleich mit der Konkurrenz niedrig

Genau hier setzt die Argumentation der Optimisten an. Auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monate wird Samsung Electronics mit einem KGV von rund 6 und SK hynix mit etwa 6,6 gehandelt, während US-Rivale Micron mit rund 11 bewertet wird und der Rest der Branche noch höher liegt. SK Securities bezeichnete die beiden Konzerne als die günstigsten Aktien im KI-Zeitalter und verwies auf einen Bewertungsabschlag gegenüber den globalen Wettbewerbern, der sich mit Blick auf die Ertragskraft kaum rechtfertigen lasse. Passend dazu drehten die Kursziele nach oben: Daol Investment & Securities hob das Ziel für Samsung Ende Juni 2026 auf 585.000 Won an, für SK hynix riefen Hanwha Investment & Securities 4,3 Millionen Won und Nomura sogar bis zu 5 Millionen Won aus.

HBM-Boom und Rekordmargen stützen die These

Fundamental spricht der Speicherzyklus derzeit für die Bullen. Die Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren treibt die Preise für DRAM, NAND und vor allem hochbandbreitigen HBM-Speicher, die Betriebsmargen im Speichergeschäft liegen auf Rekordniveau. Im HBM-Segment führt SK hynix mit einem Weltmarktanteil von rund 58 Prozent klar vor Samsung mit etwa 21 Prozent, wie der Marktforscher TrendForce erhebt; Samsung versucht, mit der nächsten Generation HBM4 aufzuholen. Beide Konzerne haben zudem billionenschwere Investitionspakete für neue Werke und KI-Infrastruktur in Südkorea angekündigt, und SK hynix will über ein geplantes Zweitlisting an der NASDAQ zusätzliches Kapital einsammeln und die eigene Bewertung an die globaler Wettbewerber heranführen.

Wo die Skeptiker ansetzen

Ganz ohne Risiken ist das Bild nicht. Chae Min-sook von Korea Investment & Securities rechnet damit, dass sich der Preisauftrieb bei Standard-DRAM im Verlauf des zweiten Halbjahres und 2027 quartalsweise abschwächt, weil die Kunden bei Margen jenseits der 80 Prozent preissensibler werden; einen Wendepunkt des Zyklus sieht sie darin aber ausdrücklich nicht. Bleibt das Klumpenrisiko: Weil so viel Marktgewicht auf zwei Werten ruht und Hebelprodukte die Ausschläge verstärken, kann jede Enttäuschung überproportional durchschlagen. Hinzu kommen die geplante Umschichtung des staatlichen Pensionsfonds aus heimischen Aktien sowie ein weiter hohes Zinsniveau, das Kapital selektiver macht.

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Die nächste Bewährungsprobe liefert die Berichtssaison: Samsung Electronics legt Anfang Juli vorläufige Eckdaten zum zweiten Quartal vor, der ausführliche Bericht folgt am 23. Juli 2026, SK hynix zieht am 29. Juli nach. Erst diese Zahlen zeigen, ob die Rekordgewinne die hohen Erwartungen und die niedrige Bewertung tatsächlich decken.

Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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