HDE: Hohe Energiekosten bereiten Einzelhandel Sorge
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Die große Mehrheit der Händlerinnen und Händler in Deutschland spürt nach einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) bei über 900 Unternehmen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. "In dieser Zeit der Krisen sind die hohen Energiepreise eine zusätzliche Belastung für viele Handelsunternehmen. Sie verschärfen die Unsicherheit in der Branche", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Laut der HDE-Umfrage spüren 89 Prozent der befragten Händlerinnen und Händler die Auswirkungen des Krieges in Form höherer Energie- und Lieferantenpreise. "Wer in den vergangenen Wochen einen neuen Energievertrag abschließen musste, hat deutliche Preiserhöhungen zu verkraften", so Genth.
Mit Blick auf bei vielen Händlerinnen und Händlern in den nächsten Monaten auslaufende Energieverträge warnte der HDE vor einer Zuspitzung ihrer wirtschaftlich angespannten Lage und mahnte zur Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien. "Handelsunternehmen machen die hohen Energie- und Lieferantenpreise schon heute zu schaffen. Sie blicken daher mit großer Sorge auf einen bevorstehenden Tarif- oder Anbieterwechsel", so Genth. Zudem sei laut der Umfrage bereits die Suche nach Energieanbietern und passenden Tarifen mit Herausforderungen verbunden. Fast jedes achte Unternehmen berichte von Problemen bei der Verlängerung seines Energievertrages.
Ein Ausweg werde darin gesehen, in Photovoltaik-Anlagen sowie Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren und Wärmeprozesse zu elektrifizieren. Der Strom hierfür müsste im besten Fall aus der eigenen Solaranlage stammen, doch gerade beim Photovoltaik-Ausbau sehe der HDE "dringenden Handlungsbedarf". Nach Einschätzung des Verbandes müssten die Anreize für den Ausbau in diesem Bereich so gesetzt werden, dass sich eine größtmögliche Dimensionierung der Anlage lohne. "Statt der komplexen Regelungen für Planung, Inbetriebnahme und Betrieb der Solaranlage müssen schlanke praxisgerechte Prozesse aufgesetzt werden, um jetzt den Solarturbo zu zünden", mahnte Genth.