Höchster Anstieg der Erzeugerpreise seit 1949


Von Andreas Plecko

WIESBADEN (Dow Jones)--Die deutschen Produzenten haben ihre Preise im Mai mit einer Rekordrate angehoben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete, stiegen die Erzeugerpreise um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen um 33,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das ist die höchste Jahresrate seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1949. Die gewerblichen Erzeugerpreise haben seit Dezember 2021 jeden Monat neue Rekordanstiege im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat verzeichnet. Im April hatte die Rate 33,5 Prozent und im März 30,9 Prozent betragen.

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Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten für Mai einen Anstieg um 1,5 Prozent auf Monats- und um 33,4 Prozent auf Jahressicht erwartet. Hauptverantwortlich für den Anstieg der Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie.

Die Energiepreise waren im Mai im Durchschnitt 87,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber April stiegen diese Preise um 2,5 Prozent. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatte Erdgas in der Verteilung mit einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 148,1 Prozent. Kraftwerke zahlten für Erdgas 241,2 Prozent mehr. Für Industrieabnehmer war Erdgas 210,7 Prozent teurer und für Wiederverkäufer 168,3 Prozent.

Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 1,2 Prozent höher als im Vormonat, binnen Jahresfrist betrug der Anstieg in dieser Betrachtung 16,5 Prozent.

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Die Preise für Verbrauchsgüter stiegen im Mai um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen um 14,7 Prozent höher als im Vorjahr. Nahrungsmittel waren 19,2 Prozent teurer als im Vorjahr.

Bei dieser Statistik werden die Preise ab Fabrik erhoben, also bevor die Produkte und Rohstoffe in den Handel kommen. Die Erzeugerpreise können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation geben. In der Regel schlagen veränderte Erzeugerpreise früher oder später auf den Handel und damit auf die Verbraucher durch.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/kla

(END) Dow Jones Newswires

June 20, 2022 02:21 ET (06:21 GMT)

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