Ifo: Unternehmen riefen weniger Corona-Hilfen ab als bereitgestellt
Von Andreas Kißler
DRESDEN/BERLIN (Dow Jones)--Nach gut einem Jahr Coronavirus-Pandemie haben deutsche Unternehmen weniger Corona-Hilfen erhalten, als die Politik bereitgestellt hatte. Das geht aus einem Bericht der Dresdener Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung hervor. "Nur ein Bruchteil der veranschlagten Hilfsmittel wurde an die von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen ausgezahlt", sagte Selina Schulze Spüntrup, Wissenschaftlerin in der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts. "Das hat auch damit zu tun, dass die Anspruchsvoraussetzungen zum Teil recht streng gefasst wurden, um Missbrauch auszuschließen." Zudem sei bei der Bereitstellung der Mittel auch nicht klar gewesen, wie viele Unternehmen tatsächlich Hilfe in Anspruch nehmen würden.
Um die finanziellen Folgen der Coronakrise für die betroffenen Unternehmen abzumildern, hatten Bund und Länder diverse Hilfsprogramme aufgelegt. Der Bund hat in Zuschussprogrammen laut den Angaben 150 Milliarden Euro bereitgestellt. Hiervon seien bislang rund 24 Prozent abgerufen worden. Für die Soforthilfen des Bundes wurden 50 Milliarden Euro veranschlagt, von denen weniger als ein Drittel in Anspruch genommen worden sei.
Auch bei den anschließenden Überbrückungshilfen liege das Volumen der ausgezahlten Gelder deutlich unter den veranschlagten Summen (Überbrückungshilfe I: 5,6 Prozent, Überbrückungshilfe II: 10,4 Prozent, Überbrückungshilfe III: 28,18 Prozent). Von den Novemberhilfen wurden laut den Angaben etwa 56 Prozent der verfügbaren Mittel ausgezahlt, von den Dezemberhilfen rund 33 Prozent. Kredite aus dem KfW-Sonderprogramm, die in unbegrenzter Höhe zur Verfügung stehen, seien bisher mit einem Gesamtvolumen von rund 46 Milliarden Euro zugesagt worden.
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June 17, 2021 02:16 ET (06:16 GMT)