IMK-Konjunkturindikator hellt sich bis Ende August kaum auf


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden drei Monaten in der Rezession bleibt, ist trotz der weitgehenden Lockerungen der Kontaktbeschränkungen laut dem neuen IMK-Konjunkturindikator extrem hoch. Das signalisiert der Indikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung für den Zeitraum von Juni bis Ende August, wie das Institut mitteilte.

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In der Dreimonatsprognose zeigt der Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, demnach eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 95,6 Prozent an - nach 100 Prozent im Mai. Das nach dem Ampelsystem arbeitende IMK-Frühwarnsystem steht deshalb weiter auf "rot".

Dass sich der Ausblick nicht nennenswert verbessert hat, liegt nach der Analyse der Ökonomen "an einem Mix von realwirtschaftlichen Faktoren". So schlage sich jetzt der kürzlich von den Statistikbehörden gemeldete dramatische Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Produktion und der Auftragseingänge vom April voll im Indikator nieder. Hinzu kämen aktuelle Daten aus China, wo Lockdown und Wiederanfahren der Produktion früher erfolgt seien. Sie zeigten, dass sich die chinesische Wirtschaft langsamer erhole als zunächst vermutet. Diese eher negativen Trends wirkten sich im Indikator stärker aus als die zwischenzeitliche Stimmungsaufhellung an den Finanzmärkten.

"Die schwache weltwirtschaftliche Entwicklung dürfte trotz der umfangreichen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen in vielen Ländern über den gesamten Jahresverlauf anhalten und somit die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft hart treffen", sagte IMK-Ökonom Peter Hohlfeld voraus. Immerhin sorge im Inland das Konjunkturpaket für wirksame Konsumanreize und stärke die Absatzaussichten von Unternehmen. "Es leistet somit einen wichtigen Beitrag dazu, dass die deutsche Wirtschaft nicht in eine noch tiefere Rezession abgleitet."

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Doch trotz dieses "beachtlichen Impulses" rechne das IMK damit, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion in Deutschland ihr Vorkrisenniveau erst im Laufe des Jahres 2022 wieder erreicht.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

(END) Dow Jones Newswires

June 18, 2020 02:05 ET (06:05 GMT)

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