Inflationsdruck: Deutsche HVPI-Teuerung sinkt im Mai auf 0,5 Prozent
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Inflationsdruck in Deutschland hat sich im Mai etwas weniger deutlich als erwartet verringert. Nach vorläufiger Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) stagnierte der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) auf dem Niveau des Vormonats und lag um 0,5 (April: 0,8) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen monatlichen Preisrückgang von 0,2 Prozent und eine Jahresteuerung von 0,4 Prozent prognostiziert.
Die Zahlen sind vor allem mit Blick auf die am Freitag anstehenden Euroraum-Daten wichtig, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) den Inflationsdruck misst. Volkswirte erwarten einen monatlichen Preisrückgang von 0,1 Prozent und 0,1 (0,3) Prozent Jahresteuerung. Spaniens HVPI fiel auf Jahressicht um 0,9 (0,7) Prozent.
Der nationale Verbraucherpreisindex Deutschlands sank im Mai um 0,1 Prozent auf Monatssicht und lag um 0,6 (0,9) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Volkswirte hatten Raten von minus 0,1 und plus 0,6 Prozent erwartet.
Eine inflationsmindernde Wirkung ging im Mai von den Warenpreisen aus. Die gesamten Warenpreise sanken auf Jahressicht um 0,4 Prozent, nachdem sie im April noch um 0,3 Prozent gestiegen waren. Energie verbilligte sich um 8,5 (minus 5,8) Prozent, Nahrungsmittel kosteten 4,5 (4,8) Prozent mehr als im Mai 2019. Unverändert waren die Teuerungsraten von Dienstleistungen (1,3 Prozent) und Wohnungsmieten (1,4 Prozent).
Nach Angaben der Statistiker führte die Corona-Krise auch im Berichtsmonat zu Ausfällen bei der Preiserhebung, im Vergleich zum April konnten jedoch wieder mehr Preise erhoben werden. "Die Qualität der vorläufigen Gesamtergebnisse ist damit auch im Mai 2020 gewährleistet", teilten sie mit. Endgültige Ergebnisse veröffentlicht Destatis am 16. Juni.
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May 28, 2020 08:12 ET (12:12 GMT)