IW: Unternehmen zahlen jährlich 551 Millionen Euro Strafzinsen


BERLIN (Dow Jones)--Deutsche Unternehmen zahlen pro Jahr 551 Millionen Euro Strafzinsen auf ihre Bankeinlagen, zeigt eine neue Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Besonders der Mittelstand sei betroffen. Allerdings könnte die Inflation den Trend umkehren. Die von den Banken wegen der historischen Niedrigzinsen erhobenen Strafzinsen betreffen neben vermögenden Privatkunden vor allem Unternehmen, die einen Teil ihres Betriebsvermögens zwangsläufig auf Bankkonten bei der Bank zwischenlagern und so ihre Liquidität sichern.

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"Problematisch ist das vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. Häufig sind sie, im Gegensatz zu großen Unternehmen, nicht am Kapitalmarkt aktiv: Ihr Geld steckt daher eher im Bankkonto als in Anleihen oder vergleichbar liquiden Finanzinstrumenten, was das Liquiditätsmanagement deutlich erschwert", erklärte IW-Ökonom Markus Demary.

Doch die niedrigen Zinsen hätten für Firmen auch Vorteile. Denn Unternehmen könnten günstiger Kredite aufnehmen. "Gerade während der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Lockdowns hat das vielen Betrieben mehr finanziellen Spielraum gegeben", so Demary.

Angesichts steigender Preise und einer Inflationsrate nahe oder über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent könnte sich der Trend zu Strafzinszahlungen jedoch umkehren, so das IW. "Für die Einlagenseite der Unternehmen wäre das ein positiver Effekt", erklärte Demary. Grundlage für die Berechnung ist die Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank.

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Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

(END) Dow Jones Newswires

June 15, 2021 06:35 ET (10:35 GMT)

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