KfW: Mittelstand erwartet 2020 Umsatzrückgang von 12 Prozent


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Mittelstand rechnet wegen der Corona-Pandemie für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang von 12 Prozent. Wie die KfW bei der Vorstellung ihres Mittelstandspanels weiter mitteilte, halten die Unternehmen daher einen Rückgang der Beschäftigung um 3,3 Prozent für möglich. Trotz einer besseren Liquiditätslage wird die Investitionstätigkeit gedämpft. Die kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) verfügen laut KfW wegen der guten Entwicklung in den Vorjahren über eine hohe Widerstandskraft.

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"Trotz der kräftigen Erholung im dritten Quartal sind die Geschäftserwartungen der Unternehmen für 2020 historisch schlecht, und das wird auch auf die Beschäftigung drücken", sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib bei der Vorstellung des Berichts.

Mehr als jedes zweite KMU - rund 2 Millionen Unternehmen - geht demnach von sinkenden Umsätzen im laufenden Jahr aus. Die erwarteten Rückgänge belaufen sich insgesamt auf etwa 12 Prozent der Vorjahresumsätze, was rund 545 Milliarden Euro entspricht.

Die hohen Umsatzverluste dürften auch die Beschäftigung weiter unter Druck setzen: Auf Basis der von den KMU gemeldeten Erwartungen könnte sich der Beschäftigungsabbau im Mittelstand bis Jahresende auf bis zu 3,3 Prozent belaufen. Dies entspräche einem Verlust von insgesamt fast 1,1 Millionen Arbeitsplätzen für das Gesamtjahr. Am stärksten betroffen sind laut KfW Dienstleister, die einen Beschäftigungsrückgang von 3,9 Prozent für möglich halten. "Die Verlängerung des Kurzarbeitergelds könnte diese Erwartung jedoch abfedern", sagte Köhler-Geib.

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Bis zum Ausbruch der Krise hatten die Mittelständler ihre Beschäftigung kräftig ausgeweitet. Ende 2019 hatte der Erwerbstätigkeit in KMU mit 32,3 Millionen einen neuen Höchststand erreicht. "Seit 2006 sind sechs Millionen Arbeitsplätze hinzugekommen", sagte Köhler-Geib. Der Anteil des Mittelstands an der gesamtwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit lag zuletzt bei 71,3 Prozent.

Sonderbefragungen im Rahmen des KfW-Mittelstandspanels zeigen aber auch, dass sich die Liquiditätslage der KMU seit dem Tiefpunkt in der Krise im April merklich entspannt hat. Im Falle eines neuen Lockdowns sähe sich aktuell rund jeder dritte Mittelständler mit ausreichenden Liquiditätsreserven gewappnet - 12 Prozentpunkte mehr als noch Anfang April. Weitere 28 Prozent hätten Liquiditätsreserven für sechs bis zwölf Monate.

Die Corona-Krise schlägt sich auch im Investitionsverhalten der KMU nieder. Bis September wurden laut KfW deutlich seltener als in den Vorjahren Investitionsvorhaben planmäßig umgesetzt. "Viele Unternehmen legen anscheinend ihre Investitionsprojekte aufgrund hoher Unsicherheiten und knapper Mittel für dieses Jahr auf Eis", konstatiert die KfW.

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Für 2020 muss daher mit einem merklichen Rückgang des Investitionsvolumens im Mittelstand gerechnet werden. Damit käme der seit sechs Jahren anhaltende Expansionskurs bei der mittelständischen Investitionstätigkeit vorerst zu einem Halt. Das Volumen der Neuinvestitionen hatte 2019 noch eine neue Höchstmarke von 187 Milliarden Euro erreicht.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/smh

(END) Dow Jones Newswires

October 22, 2020 04:09 ET (08:09 GMT)

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