KfW rechnet mit BIP-Rückgang im ersten Quartal
BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Wirtschaft hat sich zum Jahresende stabil gezeigt, geht aber mit Schwierigkeiten ins neue Jahr. Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum pandemiebedingt im vierten Quartal um 0,6 Prozent nachgab, verzeichnete Deutschland ein Wachstum von 0,3 Prozent, wie aus dem KfW-Konjunkturkompass hervorgeht. Für das erste Quartal rechnen die Ökonomen jedoch mit einem Rückgang des BIP von 1,5 bis 3 Prozent. Grund sind der anhaltende Lockdown, die zunehmende Verbreitung von Virusvarianten und der schleppende Impfstart.
Für den weiteren Verlauf des Jahres sind die Perspektiven wieder besser. Mit steigender Immunisierung rechnet das KfW-Research mit weiteren Lockerungen und einer besseren Wirtschaftslage. So soll das Wachstum im Gesamtjahr 2021 voraussichtlich 3,3 Prozent betragen, während im November noch 4,0 Prozent erwartet wurden. Zum vierten Quartal 2021 soll das Vorkrisenniveau wieder erreicht sein. Für 2022 erwarten die Ökonomen für Deutschland eine Wachstumsrate von 3,4 Prozent.
Für die Eurozone rechnen sie erst für Anfang 2022 mit einer Rückkehr des BIP auf das Vorkrisenniveau. Die Eurozone wird 2021 zwar mit 4,6 Prozent (Vorprognose: 5,1 Prozent) voraussichtlich stärker wachsen als Deutschland. Es braucht aber mehr Zeit, bis der weit stärkere pandemiebedingte Rückgang von 6,8 Prozent im Jahr 2020 (Deutschland: minus 4,9 Prozent) aufgeholt ist.
"Corona bleibt vorerst das größte Konjunkturrisiko", erklärte Kfw-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. "Die Pandemie entwickelt sich aufgrund vielfältiger Faktoren von Virusmutationen über Eindämmungsmaßnahmen bis hin zu Fortschritten bei der Impfkampagne hochdynamisch und beeinflusst damit unmittelbar die Chancen auf wirtschaftliche Erholung ebenso wie die nach wie vor erheblichen Abwärtsrisiken."
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February 24, 2021 03:22 ET (08:22 GMT)