Kreml kritisiert westlichen Druck auf afrikanische Staaten


MOSKAU (dpa-AFX) - Der Kreml hat dem Westen vorgeworfen, den geplanten Russland-Afrika-Gipfel in St. Petersburg verhindern zu wollen. "Fast alle afrikanischen Staaten wurden von den USA unter beispiellosen Druck gesetzt, (...) um die Durchführung des Gipfels, die Beteiligung afrikanischer Staaten an dem Gipfel zu verhindern", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Diese Linie sei "verurteilungswürdig", weil sie das souveräne Recht der Afrikaner, sich selbst ihre Partner auszusuchen, in Frage stelle, sagte Peskow.

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Bei dem Treffen der Staatschefs am 27. und 28. Juli geht es auch um die Zukunft des Getreideabkommens. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte zudem angekündigt, den Gipfel zu nutzen, um einen Friedensplan zwischen Russland und der Ukraine voranzutreiben.

Der seit 17 Monaten dauernde Angriffskrieg Russlands gegen sein Nachbarland hat für die afrikanischen Staaten nach dem von Moskau beschlossenen Stopp des Getreideabkommens an Brisanz gewonnen. Die Ukraine ist einer der größten Getreideexporteure weltweit. Die Lieferungen sind für die Preisstabilität auf den Märkten und damit auch für die Bekämpfung des Hungers in den ärmsten Ländern wichtig. Durch die russische Blockade ukrainischer Schwarzmeerhäfen ist beides nun in Gefahr.

Laut Peskow will Putin in St. Petersburg noch einmal die russische Sichtweise und Begründung für den Stopp der Vereinbarung zur Verschiffung ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer darlegen. Ein Grund ist, dass Russland seine Forderung nach Lockerung der westlichen Sanktionen nicht erfüllt sieht - und unter anderem Behinderungen für eigene Getreideexporte beklagt. Zudem werde der Kremlchef dabei auch die Anstrengungen Russlands zur Stützung der Weltmärkte erläutern. Moskau hat nach dem Stopp des Abkommens erklärt, die Ausfuhr eigener Lebens- und Düngemittel vorantreiben zu wollen.

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