MÄRKTE EUROPA/Leichter mit neuen Nahost-Spannungen
DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt ist mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Am Wochenende kam es zu erneuten militärischen Schlagabtauschen zwischen dem Iran und den USA. In einem Fox-Interview hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, man sei "nahe an einem sehr guten Deal", deutete jedoch als Alternative eine mögliche Rückkehr zu Kampfhandlungen an. Belastend wirkte aber vor allem die Nachricht, dass der Iran die indirekten über Vermittler geführten Gespräche mit den USA eingestellt habe. Hintergrund sei die Ausweitung der israelischen Offensive im Libanon. Ein Waffenstillstand im Libanon müsse Bestandteil sein einer Einigung zwischen dem Iran und den USA, hieß es im Iran. Der Ölpreise der Sorte Brent stieg kräftig um über 6 Prozent.
Der DAX verlor 0,4 Prozent auf 25.003 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,3 Prozent nach unten. Nach der jüngsten Entspannung stiegen auch die Renditen an den Anleihemärkten wieder kräftig. Das setzte Immobilienaktien unter Druck: So verloren Vonovia 2 Prozent oder TAG Immobilien 3,5 Prozent. "Die Bereitschaft ins Risiko zu gehen, dürfte diese Woche wieder sehr gering sein", sagte ein Händler. Denn mit dem Feiertag am Donnerstag und Brückentag danach sei die Woche für viele Marktteilnehmer bereits am Mittwoch vorbei.
Aussagen von Nvidia-CEO, Jensen Huang, stützten Software-Aktien europaweit. Huang erwähnte ausdrücklich Unternehmen wie Cadence Design Systems, Crowdstrike, Palantir, SAP und ServiceNow und trat Befürchtungen entgegen, dass KI deren Geschäft kannibalisieren könnte. "Die Welt ist nicht mehr durch die Anzahl der Menschen limitiert. Deshalb werden diese KI-Agenten mehr Tools nutzen als je zuvor. Das ist eigentlich eine fantastische Zeit, um ein Softwareunternehmen zu sein - aber die Software muss dem Agenten so zur Verfügung gestellt werden, dass er sie auch nutzen kann", so Huang. SAP gewannen 8,1 Prozent, Nemetschek 8,7 Prozent, Atoss Software 7,8 Prozent oder Temenos 7,1 Prozent.
Etwas überrascht über das Minus der globalen Rüstungswerte zeigten sich Händler. "Das zeigt, dass der Markt eine Iran-USA-Einigung spielt, auch wenn es absolut keine belastbaren Hinweise dafür gibt", sagte ein Händler. Rheinmetall fielen um 6,7 Prozent und waren Tagesverlierer im DAX. Hensoldt gaben um 5,8 Prozent nach, Renk um 7,9 Prozent und TKMS um 6,1 Prozent. Thales fielen um 4 Prozent zurück und Leonardo um 3,6 Prozent.
Delivery Hero schlossen 1,9 Prozent fester bei 37,67 Euro. Laut einem Bericht der "FT" soll Prosus andere Anteilseigner des Lieferdienstes wegen des Kaufs von Anteilen kontaktiert haben. Damit könnte Uber, die 33 Euro je Delivery Aktie geboten hatten und 37 Prozent der Anteile halten bzw. kontrollieren, Konkurrenz erwachsen. Laut Medienberichten sollen verschiedene Großaktionäre von Delivery Hero bis zu 40 Euro je Anteilsschein gefordert haben.
Um 10 Prozent sprangen die Titel der Billigfluglinie Easyjet nach oben. Die Investmentgesellschaft Castlelake hatte bestätigt, in frühen Gesprächen über ein Angebot für die Airline zu sein. Die Analysten von RBC hoben hervor, der Investor habe nach britischem Recht nun bis zum 26. Juni Zeit, ein Angebot vorzulegen.
In Paris stiegen Schneider Electric um 2,3 Prozent dank des Investitionsschubs der japanischen Softbank in Frankreichs KI-Unternehmen. Anders als Deutschland ist es Staatschef Macron gelungen, den japanischen Technologiekonzern als Investor zu gewinnen. Softbank will dort nun 45 Milliarden Euro in den Ausbau von KI-Rechenzentren stecken. Im Gegensatz zu Deutschland kann Frankreich Investoren mit der Energie aus Atomkraftwerken locken.
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Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%)
Euro-Stoxx-50 6.035 -0,3 +4,5
Stoxx-50 5.158 -0,6 +5,5
Stoxx-600 621 -0,8 +5,7
DAX 25.003 -0,4 +2,5
FTSE-100 London 10.409 -0,7 +4,8
CAC-40 Paris 8.183 -0,5 +0,4
AEX Amsterdam 1.035 +0,1 +8,8
ATHEX-20 Athen 5.959 +1,1 +11,4
BEL-20 Brüssel 5.583 -0,1 +9,9
BUX Budapest 134.617 -0,6 +21,2
OMXH-25 Helsinki 6.469 -0,1 +13,4
OMXC-20 Kopenhagen 1.546 -1,6 -3,9
PSI 20 Lissabon 9.077 -1,3 +9,8
IBEX-35 Madrid 18.363 -1,0 +6,1
FTSE-MIB Mailand 50.037 -0,5 +11,3
OBX Oslo 1.943 +0,6 +21,6
PX Prag 2.547 -1,1 -5,1
OMXS-30 Stockholm 3.138 -1,4 +8,9
WIG-20 Warschau 135.063 -1,4 +16,9
ATX Wien 6.149 -1,2 +15,4
SMI Zürich 13.543 -1,8 +2,1
* gerundet
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:42
EUR/USD 1,1621 -0,3 -0,0038 1,1659 1,1672
EUR/JPY 185,55 -0,1 -0,1300 185,68 185,7900
EUR/CHF 0,914 +0,4 0,0037 0,9103 0,9121
EUR/GBP 0,864 -0,2 -0,0021 0,8661 0,8666
USD/JPY 159,64 +0,2 0,3800 159,26 159,1700
GBP/USD 1,3445 -0,1 -0,0014 1,3459 1,3468
USD/CNY 6,765 -0,0 -0,0012 6,7662 6,7662
USD/CNH 6,7656 +0,0 0,0023 6,7630 6,7625
AUS/USD 0,7152 -0,4 -0,0031 0,7183 0,7191
Bitcoin/USD 71.036,00 -3,6 -2.617,09 73.653,09 73.982,23
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 93,85 +7,4 6,49 87,36
Brent/ICE 96,95 +6,4 5,83 91,12
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 4.473,31 -1,4 -62,51 4.535,82
Silber 74,89 -0,5 -0,37 75,26
Platin 1.928,60 +0,6 11,56 1.917,04
(Angaben ohne Gewähr)
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/flf
(END) Dow Jones Newswires
June 01, 2026 12:11 ET (16:11 GMT)
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