MÄRKTE EUROPA/US-BIP-Zahlen setzen keine Akzente - Pfund fester


FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen notieren auch am Donnerstagnachmittag schwach. Die Rückkehr der Angst vor dem Coronavirus belastet. Die Zahl der von dem neuartigen Virus verursachten Todesfälle in China ist um weitere 37 gestiegen. Wie die Behörden in der zentralchinesischen Provinz Hubei, dem Zentrum des Ausbruchs, mitteilten, wurden in der Region außerdem weitere 1.032 Erkrankungen verzeichnet. An den asiatischen Börsen ging es mit den Kursen abwärts, auch an der Wall Street geht es leicht nach unten.

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Der DAX verliert 1,1 Prozent auf 13.205 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,1 Prozent auf 3.697 Punkte nach unten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat "große Besorgnis" geäußert, was eine Ausbreitung des Virus außerhalb Chinas betrifft, und die UN-Behörde will Medienberichten zufolge nochmals prüfen, ob ein globaler Notfall ausgerufen werde. Auf Unternehmensebene nimmt die Berichtssaison langsam Fahrt auf.

Die wie prognostiziert ausgefallenen US-BIP-Daten setzen an den Finanzmärkten keine Akzente. Das BIP stieg im vierten Quartal wie erwartet um 2,1 Prozent. Der Marktfokus liegt aktuell aber ohnehin auf den möglichen wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs in China.

Letzte Sitzung für BoE-Gouverneur Carney

An den Devisenmärkten geht es für das Pfund nach der geldpolitischen Entscheidung der Bank of England (BoE) auf knapp 1,3100 Dollar nach oben nach Ständen von rund 1,3025 vor der Entscheidung. Die BoE hat das aktuelle Zinsniveau bei 0,75 Prozent bestätigt. Im Vorfeld hatte etwas Unsicherheit geherrscht, wie der Rat entscheiden würde; auch eine Senkung um 25 Punkte war für möglich gehalten worden. Es war die letzte Sitzung unter der Leitung von Gouverneur Mark Carney.

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Der im Juli begonnene Konzernumbau hat der Deutschen Bank im vergangenen Jahr einen weiteren Milliardenverlust eingebrockt. Wie Morgan Stanley anmerkt, sei das bereinigte Vorsteuerergebnis aber im Rahmen der Erwartungen geblieben. Insgesamt sei die Entwicklung von Einnahmen und Kosten erwartungsgemäß verlaufen. Die Bilanzstruktur überrasche jedoch positiv und beim Abbau der risikogewichteten Aktiva gebe es Fortschritte. Deutsche Bank gewinnen nach anfänglichen deutlichen Verlusten nun 3,9 Prozent.

Die DWS hat ebenfalls Zahlen vorgelegt. Die Vermögensverwalter-Tochter der Deutschen Bank sprach in ihrem Quartalsbericht davon, die Trendwende erreicht zu haben, wobei sie auch von der guten Kapitalmarktentwicklung profitierte. Der Vorsteuergewinn legte um 66 Prozent auf 266 Millionen Euro zu und übertraf die Konsenserwartungen damit um 38 Prozent, so die Citigroup. Nach Einschätzung der Analysten sind die Konsenserwartungen im Markt zu niedrig. Die Aktie steigt um 5,7 Prozent.

Umstrittener Mietendeckel ist beschlossen

Der schweizerische Pharmakonzern Roche hat im vergangenen Jahr mehr verdient und umgesetzt und traut sich auch für 2020 trotz des harten Wettbewerbs Wachstum zu. Das Nettoergebnis stieg 2019 auf 14,1 Milliarden Franken von 10,9 Milliarden Franken im Vorjahr, wie Roche mitteilte. Der Umsatz kletterte um 8,1 Prozent auf 61,5 Milliarden Franken. Die Aktie hält sich mit Abschlägen von 0,2 Prozent besser als der Gesamtmarkt, etwas belastend wirken möglicherweise auch die unter den Erwartungen gebliebenen Erlöse.

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Vonovia und Deutsche Wohnen haben ins Minus gedreht. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat den umstrittenen Mietendeckel beschlossen. "Das dürfte die ohnehin immer weiter schrumpfenden Margen am Immobilienmarkt weiter drücken", sagt ein Marktteilnehmer. Am Vormittag waren die Immobilien-Aktien noch gegen den Trend gestiegen. Vonovia verlieren 0,7 Prozent, Deutsche Wohnen 0,6 Prozent.

"Die Zahlen sind stark", sagt ein Marktteilnehmer zu den Ergebnissen von H&M. Die Profitabilität sei deutlich besser als erwartet. Der Kurs legt in der Folge um 7,9 Prozent zu. Die UBS hebt die erfolgreiche Kostenkontrolle der Schweden hervor.

Siemens Gamesa drückt auf den Sektor

Gegen den Trend geht es auch für die Aktie von Volvo um 7,7 Prozent nach oben. Die Analysten der Citi verweisen darauf, dass das Auftragsbuch besser als erwartet gefüllt sei. Das bereinigte EBIT sei zudem 5 Prozent oberhalb der Markterwartung ausgefallen. Mit einer stabilen Nachfrage habe der LKW-Hersteller den Ausblick bestätigt.

Siemens Gamesa hat nach Problemen mit der Umsetzung von fünf Windparkprojekten in Nordeuropa im ersten Quartal unerwartet rote Zahlen geschrieben. Das Unternehmen hat daraufhin den Ausblick gesenkt. Siemens Gamesa brechen um 8,1 Prozent ein. Auch die Aktien der Wettbewerber kommen unter Druck, Nordex geben um 4,3 Prozent und Vestas um 2,4 Prozent nach.

Royal Dutch Shell liegen 3,4 Prozent im Minus. "Die Gewinnentwicklung ist enttäuschend", sagt ein Händler. BT Group reagieren dagegen mit einem Minus von 6,4 Prozent sehr schwach auf ihr Zahlenwerk. "Die Ausgaben steigen", sagt ein Händler. "Enttäuschend ist auch der freie Cashflow, der am unteren Rand der Erwartungen liegt", sagt er. Wie die Citigroup anmerkt, sei das EBITDA 1 Prozent hinter dem Konsens zurückgeblieben. Nach schwachen Zahlen geht es auch für Diageo um 2,9 Prozent nach unten.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.697,05 -1,05 -39,31 -1,28

Stoxx-50 3.405,57 -0,88 -30,39 0,07

DAX 13.204,94 -1,05 -140,06 -0,33

MDAX 28.322,92 -0,67 -190,58 0,04

TecDAX 3.119,32 -1,21 -38,33 3,46

SDAX 12.392,29 -0,86 -108,08 -0,96

FTSE 7.391,04 -1,24 -92,53 -0,78

CAC 5.876,79 -1,31 -78,10 -1,69

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,40 -0,02 -0,64

US-Zehnjahresrendite 1,57 -0,01 -1,11

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:15 Uhr Mi, 17.04 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1023 +0,11% 1,1008 1,1000 -1,7%

EUR/JPY 120,08 +0,04% 119,86 120,11 -1,5%

EUR/CHF 1,0697 -0,20% 1,0704 1,0729 -1,5%

EUR/GBP 0,8427 -0,38% 0,8467 0,8461 -0,4%

USD/JPY 108,92 -0,08% 108,87 109,18 +0,1%

GBP/USD 1,3078 +0,48% 1,3002 1,3002 -1,3%

USD/CNH (Offshore) 6,9922 +0,27% 6,9950 6,9662 +0,4%

Bitcoin

BTC/USD 9.334,00 +0,14% 9.313,00 9.258,50 +29,5%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 52,56 53,33 -1,4% -0,77 -13,5%

Brent/ICE 58,62 59,81 -2,0% -1,19 -11,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.578,03 1.577,05 +0,1% +0,98 +4,0%

Silber (Spot) 17,84 17,60 +1,4% +0,24 -0,0%

Platin (Spot) 977,90 977,05 +0,1% +0,85 +1,3%

Kupfer-Future 2,54 2,55 -0,7% -0,02 -9,3%

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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/ros

(END) Dow Jones Newswires

January 30, 2020 10:00 ET (15:00 GMT)

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