MÄRKTE USA/Vortagesrally geht weiter - Banken im Blickpunkt
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach der Vortagesrally geht es an der Wall Street auch zum Wochenausklang weiter nach oben. Der Dow-Jones-Index gewinnt kurz nach der Eröffnung 1,1 Prozent auf 30.354 Punkte. Der S&P-500 erhöht sich um 0,9 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,8 Prozent. Nach dem "Inflationsschreck" mit den höher als erwartet ausgefallenen US-Verbraucherpreisen für September, die den S&P-500 auf ein neues Jahrestief gedrückt hatte, setzt sich bei Investoren immer stärker die Hoffnung durch, dass damit das Inflationshoch erreicht sein könnte. Denn der Inflationsdruck ist seit dem Sommer in den USA rückläufig. Nichtsdestotrotz haben die jüngsten Daten der US-Notenbank den Weg für weitere kräftige Zinserhöhungen geebnet, was die Sorgen vor einer globalen Rezession hoch hält.
In den Fokus rückt nun die Berichtssaison mit den Quartalsergebnissen von JP Morgan Chase, Morgan Stanley, Wells Fargo und der Citigroup. Am Montag folgen noch Bank of America und am Dienstag Goldman Sachs.
US-Banken mit Quartalszahlen im Fokus
Eine höhere Kreditrisikovorsorge, steigende Kosten und Verluste aus Wertpapiergeschäften haben JP Morgan im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang beschert. Die Erträge legten zu, was einem starken Anstieg der Zinseinnahmen zu verdanken war. Die Ergebnisse fielen insgesamt besser aus als von Analysten erwartet. Für die Aktie geht es um 2,7 Prozent nach oben. Wells Fargo hat im dritten Quartal weniger verdient und blieb beim Gewinn auch hinter den Markterwartungen zurück. Das Einnahmenplus allerdings übertraf die Erwartungen. Die Aktie legt um 3,4 Prozent zu.
Die Citigroup (+1,3%) hat im dritten Quartal wegen höherer Kosten und der Vorsorge für Kreditausfälle deutlich weniger verdient. Das Ergebnis fiel aber höher aus als von Analysten erwartet. Im Investmentbanking brachen die Erträge deutlich ein, während der Handel mit Anleihen zulegte. Morgan Stanley (-1,4%) hat in der dritten Periode vor allem wegen eines Einbruchs im Investmentbanking weniger verdient und umgesetzt. Das Ergebnis verfehlte die Erwartungen der Analysten. Wegen des sich eintrübenden Marktumfelds haben die Institute derzeit mit wegbrechenden Einnahmen aus Börsengängen und Unternehmenszusammenschlüssen zu kämpfen. Im Kreditgeschäft profitieren sie dagegen von den rapiden Zinserhöhungen durch die US-Notenbank.
Einzelhandelsumsätze hinter den Erwartungen
Die US-Einzelhandelsumsätze haben sich im September unverändert gegenüber dem Vormonat gezeigt, während die Analysten hier mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet hatten. Tendenziell sind die Daten aus Marktsicht sogar leicht positiv zu werten, spricht eine schwächere US-Wirtschaft doch dafür, dass die US-Notenbank die Geldpolitik weniger stark als erwartet anziehen könnte. Dazu passen auch die Importpreise, denn die gingen im September etwas stärker zurück als prognostiziert.
Nach der Handelseröffnung folgen noch die erste Lesung des Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan für Oktober sowie die Lagerbestände für August.
Dollar legt zu - Ölpreise fallen leicht
Der Dollar erholt sich von den Vortagesabgaben. Für den Dollar-Index geht es um 0,4 Prozent nach oben. Die September-Inflationszahlen in den USA dürften einige Marktteilnehmer daran erinnert haben, dass selbst der scheinbar "super-aggressive" Kurs der Fed viel zu wenig aggressiv sein könnte, sagt Ulrich Leuchtmann, Analyst bei der Commerzbank. Es könne zwar sein, dass der "monetäre Transmissionsmechanismus" länger dauere, dass in den Inflationszahlen die bisherigen Fed-Schritte und -Erwartungen noch nicht angekommen seien und dass die Inflation zwar noch nicht im September gefallen sei, das aber sehr bald tun werde. "Der Dollar sollte weiterhin gute Unterstützung bei Kursrückgängen finden", so die ING.
Die Ölpreise geben einen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder ab. Im Fokus bleiben weiterhin die Sorgen um eine Rezession und eine damit sinkende Ölnachfrage.
Bei den US-Anleihen erholen sich die Notierungen weiter. Die Rendite 10-jähriger Anleihen reduziert sich um 8,3 Basispunkte auf 3,86 Prozent. Die Anleihekurse waren nach den September-Inflationsdaten am Vortag zunächst abgestürzt, hatten sich dann aber erholt. Die 10-jährige Rendite hatte am Donnerstag in der Spitze 4,07 Prozent erreicht.
Der Goldpreis verliert mit dem anziehenden Dollar und der Aussicht auf weitere kräftige Zinserhöhungen der US-Notenbank.
US-Supermarktketten Kroger und Albertsons fusionieren
Nachdem es am Vortag bereits Spekulationen gegeben hatte, ist es nun offiziell: Die US-Supermarktkette Kroger hat angekündigt, den Konkurrenten Albertsons zu übernehmen. Die Transaktion bewertet Albertsons mit 24,6 Milliarden Dollar und ist eine der größten in der Geschichte der US-Lebensmittelindustrie. Die Aktien von Kroger verlieren 3,8 Prozent, Albertsons fallen um 6,1 Prozent. Zwar planten beide Unternehmen, sich überschneidende Filialen zu verkaufen, um die Zustimmung der Regulierungsbehörden zu erhalten, doch könnte dies ein gewaltiges Unterfangen sein, so Analyst Kelly Bania von BMO Capital Markets.
Der US-Krankenversicherer Unitedhealth (+3,6%) hat im dritten Quartal trotz enorm gestiegener Kosten mehr verdient als Analysten erwartet haben. Zudem wurde die Gewinnprognose für das laufende Gesamtjahr erhöht.
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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 30.354,40 +1,1% 315,68 -16,5%
S&P-500 3.702,27 +0,9% 32,36 -22,3%
Nasdaq-Comp. 10.737,94 +0,8% 88,79 -31,4%
Nasdaq-100 11.115,54 +0,7% 81,96 -31,9%
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 4,42 -5,0 4,47 368,8
5 Jahre 4,16 -4,4 4,20 290,0
7 Jahre 4,00 -9,0 4,09 256,1
10 Jahre 3,86 -8,3 3,94 235,0
30 Jahre 3,85 -7,1 3,92 195,3
DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:18 Do, 17:01 % YTD
EUR/USD 0,9750 -0,3% 0,9789 0,9715 -14,2%
EUR/JPY 144,19 +0,2% 144,29 143,19 +10,2%
EUR/CHF 0,9774 -0,1% 0,9764 0,9961 -5,8%
EUR/GBP 0,8679 +0,6% 0,8651 0,8646 +3,3%
USD/JPY 147,91 +0,5% 147,43 147,39 +28,5%
GBP/USD 1,1235 -0,8% 1,1315 1,1237 -17,0%
USD/CNH (Offshore) 7,2082 +0,4% 7,1723 7,2159 +13,4%
Bitcoin
BTC/USD 19.700,52 +1,5% 19.790,69 18.408,28 -57,4%
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 87,62 89,11 -1,7% -1,49 +24,5%
Brent/ICE 92,97 94,57 -1,7% -1,60 +26,4%
GAS VT-Settlem. +/- EUR
Dutch TTF 143,80 153,81 -6,5% -10,01 +136,9%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.653,64 1.666,30 -0,8% -12,67 -9,6%
Silber (Spot) 18,61 18,89 -1,5% -0,28 -20,2%
Platin (Spot) 907,30 897,95 +1,0% +9,35 -6,5%
Kupfer-Future 3,49 3,46 +1,1% +0,04 -21,0%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/flf
(END) Dow Jones Newswires
October 14, 2022 09:52 ET (13:52 GMT)
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