MÄRKTE USA/Wenig verändert - US-Banken überzeugen mit Quartalszahlen
NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street dürfte am Freitag die kräftigen Vortagesgewinne weitgehend verteidigen. Der Future auf den S&P-500 verliert aktuell 0,2 Prozent. Unerwartet niedrige Erzeugerpreise hatten die US-Börsen am Donnerstag beflügelt, nachdem bereits am Tag zuvor die Verbraucherpreise geringer gestiegen waren als erwartet. Die niedrige Teuerung befeuert die Spekulation auf ein baldiges Ende des Zinserhöhungszyklus und sogar darauf, dass die US-Notenbank bereits im weiteren Jahresverlauf zu Zinssenkungen übergehen könnte.
Unterstützung kommt von guten Quartalszahlen aus dem Banken-Sektor. Die Zahlen von JP Morgan, der Citigroup sowie Wells Fargo zum ersten Quartal sind über den Erwartungen ausgefallen. Für JP Morgan geht es vorbörslich um 6,0 Prozent nach oben, Wells Fargo gewinnen 3,9 Prozent und Citigroup rücken um 1,9 Prozent vor. Bei Wells Fargo lag der Gewinn je Aktie bei 1,23 Dollar - 10 Cent mehr als die Factset-Analystenschätzungen. Bei JP Morgan waren es 4,10 Dollar je Aktie, die Erwartung lag bei 3,41 Dollar. Die Citigroup wies einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,86 Dollar aus und übertraf damit den Analystenkonsens dvon 1,65 Dollar.
Dazu kommt ein Schwung Konjunkturdaten. So sind die Einzelhandelsumsätze im März um 1 Prozent gefallen und damit doppelt so stark wie von Ökonomen erwartet. Dies könnte ein weiterer Hinweis sein, dass sich die Wirtschaft in den USA abkühlt, was die US-Notenbank zu einer Zinspause veranlassen könnte. Positiv zu werten sind die Importpreise. Diese sind im März um 0,6 Prozent gefallen, erwartet worden war nur ein Minus von 0,1 Prozent.
Nach der Startglocke folgen noch der Index der Verbraucherstimmung Uni Michigan für April und die Lagerbestände aus dem Februar.
Dollar leicht erholt - Euro steigt auf Jahreshoch
Der Dollar erholt sich leicht von den jüngsten Abgaben. Der Dollar-Index gewinnt 0,1 Prozent. Hier hatten die weiter nachlassenden Zinserhöhungsspekulationen belastet. Der Euro markiert ein neues Jahreshoch bei 1,1076 Dollar. Während die Fed ein Ende des Zinserhöhungszyklus ins Auge zu fassen scheine, sei bei der EZB aktuell die Frage, um wieviel sie die Zinsen erhöhe, so Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Diese Divergenz mache den Euro klar attraktiver.
Die Ölpreise zeigen sich zum Wochenausklang volatil. Aktuell geht es für die Notierungen von Brent und WTI leicht nach oben. Die Opec wies am Vortag auf Abwärtsrisiken für die Ölnachfrage im Sommer hin, die Hintergrund für die jüngst beschlossene Förderkürzung seien. In ihrem Monatsbericht erklärte dagegen die Internationale Energieagentur (IEA), dass die Entscheidung der Opec+ den Verbrauchern und der weltweiten wirtschaftlichen Erholung schaden könnte.
Die Renditen setzen ihre Aufwärtstendenz vom Vortag fort. Die Rendite zehnjähriger Papiere verbessert sich um 7,1 Basispunkte auf 3,51 Prozent.
Der Goldpreis gibt einen Teil des kräftigen Vortagesplus wieder ab, notiert aber weiterhin über der Marke von 2.000 Dollar je Feinunze. Am Donnerstag hatte das Edelmetall sogar ein Jahreshoch markiert. Der Goldpreis profitiert weiter von der Aussicht auf ein nahendes Ende der Zinserhöhungen.
Boeing-Aktie unter Druck
Die Boeing-Aktie verliert 5,8 Prozent. Der US-Flugzeughersteller hat die Auslieferung einiger 737 Max-Maschinen wegen fehlerhaft eingebauter Teile gestoppt. Das Unternehmen teilte mit, es sei von einem Zulieferer über ein "nicht standardisiertes Herstellungsverfahren" informiert worden, das für die Installierung von zwei Beschlägen am Heck des Flugzeugs verwendet wurde. Die Spirit Aerosystems Holdings Inc. teilte separat mit, das Unternehmen sei der Lieferant, der Boeing auf das Problem aufmerksam gemacht habe und arbeite an einer Lösung für die Reparatur der betroffenen Rümpfe. Der Kurs von Spirit Aerosystems rauscht um 13,9 Prozent nach unten.
Blackrock (+1,5%) hat im ersten Quartal 19 Prozent weniger verdient als im Vorjahr. Der Vermögensverwalter meldete einen Gewinn je Aktie von 7,64 Dollar, was unter dem Factset-Konsens von 7,78 Dollar liegt. Die Einnahmen sanken um 10 Prozent auf 4,24 Milliarden Dollar und verfehlten damit leicht die Analystenschätzungen von 4,25 Milliarden.
Der US-Krankenversicherer Unitedhealth (+0,1%) hat zum Jahresauftakt bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen des Marktes übertroffen und hob seinen Ausblick für das Gesamtjahr leicht an.
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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 4,09 +11,0 3,98 -33,2
5 Jahre 3,61 +10,9 3,50 -39,4
7 Jahre 3,56 +8,6 3,47 -41,4
10 Jahre 3,51 +7,1 3,44 -36,5
30 Jahre 3,75 +5,7 3,69 -22,5
DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 7:50 Uhr Do, 18:26 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1034 -0,1% 1,1064 1,1056 +3,1%
EUR/JPY 146,68 +0,2% 146,65 146,37 +4,5%
EUR/CHF 0,9838 +0,1% 0,9825 0,9808 -0,6%
EUR/GBP 0,8843 +0,3% 0,8827 0,8825 -0,1%
USD/JPY 132,97 +0,3% 132,55 132,40 +1,4%
GBP/USD 1,2478 -0,4% 1,2534 1,2528 +3,2%
USD/CNH (Offshore) 6,8594 -0,2% 6,8401 6,8705 -1,0%
Bitcoin
BTC/USD 30.830,93 +1,7% 30.840,44 30.374,31 +85,7%
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 82,43 82,16 +0,3% +0,27 +2,5%
Brent/ICE 86,44 86,09 +0,4% +0,35 +1,9%
GAS VT-Settlem. +/- EUR
Dutch TTF 41,27 42,09 -2,0% -0,82 -45,6%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 2.027,96 2.040,01 -0,6% -12,05 +11,2%
Silber (Spot) 25,85 25,83 +0,1% +0,02 +7,8%
Platin (Spot) 1.047,35 1.051,65 -0,4% -4,30 -1,9%
Kupfer-Future 4,18 4,12 +1,5% +0,06 +9,7%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/ros/smh
(END) Dow Jones Newswires
April 14, 2023 08:58 ET (12:58 GMT)
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