Markit: Corona-Restriktionen bremsen deutsche Wirtschaft
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)--Die für November verfügten Corona-Beschränkungen haben unter den Einkaufsmanagern in Deutschland für eine deutliche Stimmungseintrübung gesorgt. Dank der boomenden Industrie blieb die deutsche Wirtschaft insgesamt gesehen jedoch auf Wachstumskurs. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - sank auf 52,0 Zähler von 55,0 im Vormonat, wie das IHS Markit Institut im Zuge der ersten Veröffentlichung mitteilte.
Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf ein Schrumpfen. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes sank auf 57,9 Zähler von 58,2 im Vormonat. Volkswirte hatten im Mittel einen stärkeren Rückgang auf 56,5 prognostiziert. Der Index für den Servicesektor fiel auf 46,2 Punkte von 49,5 im Vormonat. Ökonomen hatten auch hier einen noch größeren Rückgang auf 45,5 erwartet.
"Wie erwartet wirkten sich die neuerlichen Lockdown-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie negativ auf die deutsche Wirtschaft aus", sagte IHS-Markit-Ökonom Phil Smith. Die aktuellen Umfragedaten zeigen, dass der Servicesektor aktuell wieder so tief in der Krise steckt wie im Mai."
"Die Widerstandskraft der Industrie, die vor allem von den Exportsteigerungen nach Asien profitierte, bekräftigt uns allerdings in der Annahme, dass ein möglicher Abschwung im vierten Quartal 2020 deutlich schwächer ausfallen dürfte als im ersten Halbjahr", ergänzte Smith. "Die positiven Nachrichten um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs verliehen der Stimmung unter den deutschen Unternehmen jedenfalls Auftrieb, von denen viele jetzt auf eine Rückkehr zur Normalität in den nächsten zwölf Monaten hoffen."
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
Webseite: https://www.markiteconomics.com/Public/Page.mvc/PressReleases
DJG/apo/smh
(END) Dow Jones Newswires
November 23, 2020 03:43 ET (08:43 GMT)