Markit: Eurozone-Wirtschaft schrumpft wegen Corona-Maßnahmen


Von Andreas Plecko

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Wirtschaft im Euroraum befindet sich im November aufgrund der verschärften Corona-Restriktionen auf einem Schrumpfungskurs. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 45,1 Zähler von 50,0 im Vormonat, wie das IHS Markit Institut im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Das ist der tiefste Stand seit Mai. Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 47,1 Punkte vorhergesagt.

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Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf eine Schrumpfung. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes fiel auf 53,6 Punkte von 54,8 im Vormonat. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 53,1 Zähler prognostiziert. Der Index für den Servicesektor reduzierte sich auf 41,3 Punkte von 46,9 im Vormonat. Ökonomen hatten einen Rückgang auf 42,4 Punkte erwartet.

"Aufgrund der neuerlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionszahlen ist die Eurozone im November wieder in eine ernste Krise geschlittert", sagte IHS-Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Mit den aktuellen Daten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Eurozone-BIP im vierten Quartal 2020 wieder schrumpft."

Am stärksten habe es einmal mehr den Servicesektor getroffen, und zwar besonders Unternehmen aus konsumnahen Bereichen sowie das Gastgewerbe. Allerdings habe sich die schwächelnde Nachfrage auch auf den Industriesektor negativ ausgewirkt. Gleichwohl bleibe das verarbeitende Gewerbe ein "Lichtblick". Vor allem die deutschen Hersteller legten eine ermutigende Widerstandsfähigkeit an den Tag, wobei sie von einem anhaltenden Nachfrageboom profitierten.

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DJG/apo/hab

(END) Dow Jones Newswires

November 23, 2020 04:12 ET (09:12 GMT)

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